
Vor 125 Jahren kam in Gießen Walter Dornberger zur Welt. Er studierte an der Technischen Hochschule in Berlin Maschinenbau.
Ab 1935, da war er 40 Jahre alt, leitete Walter Dornberger die Raketenentwicklung im Heereswaffenamt des Deutschen Reichs. Anders als Wernher von Braun, der kein Ingenieur gewesen ist, war er eine der treibenden Kräfte bei der Entwicklung des Aggregats 4, das später unter dem Namen V2-Rakete bekannt wurde.
Walter Dornberger war Kommandeur der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, von wo 1942 erstmals eine Rakete bis in den Weltraum vordrang.
In Peenemünde und im unterirdischen Mittelwerk im Harz mussten gut 60.000 KZ-Häftlinge die Raketenwaffen bauen. Etwa 20.000 kamen dabei ums Leben.

Nach dem Krieg geriet Dornberger in britische Gefangenschaft und zog zwei Jahre später in die USA. Dort arbeitete er vor allem für die Rüstungsindustrie und nicht für das Apollo-Programm der NASA.
1969 musste Walter Dornberger – wie auch Wernher von Braun – im Prozess gegen die Wachmannschaft des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora aussagen. Er tat dies in der deutschen Botschaft in Mexiko, wohin er nach seiner Pensionierung gezogen war.
Bei der Vernehmung leugnete er, vom Einsatz der KZ-Häftlinge gewusst zu haben. Wie Dokumente belegen, war dies ein Meineid.
Dennoch kehrte Walter Dornberger später nach Deutschland zurück und starb unbehelligt 1980 im Alter von 84 Jahren.