
Dann wandte er sich der Bratsche zu, wurde Orchestermusiker, begann jedoch gleichzeitig zu dirigieren und zu komponieren. Seit den 50er-Jahren war Angerer an zahlreichen Aufnahmen für Schallplatten und Rundfunkanstalten beteiligt, zunächst in kammermusikalischen Besetzungen, dann vor allem als Dirigent des Wiener und des Südwestdeutschen Kammerorchesters. 1982 gründete er zusammen mit seinem damals 16-jährigen Sohn Christoph das Ensemble Concilium musicum auf historischen Instrumenten, mit dem er viele Werke ausgegraben hat und in dem er bis heute aktiv ist. Seine große Vielseitigkeit stellte er zudem als Hochschulprofessor, als Autor und seit mehr als 30 Jahren als Radiomoderator unter Beweis. Für seine Karriere sei es vielleicht nicht hilfreich gewesen, auf so vielen Hochzeiten zu tanzen, findet Paul Angerer; doch missen möchte er nichts.