
Kinderlose beäugen Eltern argwöhnisch oder umgekehrt und im Gespräch verteidigt jeder das eigene Modell. Kinderlose seien egoistisch, sagt nicht nur Papst Franziskus. Auch abseits der Religion wird Kinderkriegen als gesellschaftliche Aufgabe begriffen. Nun ist aber zumindest die Schwangerschaft, noch, Aufgabe der Frau. Aber immer mehr Frauen entscheiden sich sehr bewusst gegen Kinder.
Sieben bis 13 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter entschließen sich für ein Lebensmodell ohne Nachwuchs, Tendenz steigend. Oft müssen sie sich dafür im privaten Kreis rechtfertigen, manche tun dies auch freiwillig öffentlich. Kinder haben und als Familie leben, das ist ein Lebensmodell, das gerade inZeiten der vielen Möglichkeiten, wie man sein Leben gestalten will, emotional sehr aufgeladen ist - und das fast schon eine ideologische Frage ist.

Nina Pauer formulierte es kürzlich in der Zeit so: Zwischen Eltern und Kinderlosen herrscht ein harter Wettbewerb um das richtige Lebensmodell. Ist Familienplanung keine Privatsache mehr, sondern ein Lebensmodell, das verteidigt werden muss?
Darüber streiten:
- Sarah Diehl, Autorin und Filmemacherin
- Klaus Zeh, Präsident des Deutschen Familienverbandes und CDU-Minister für Soziales, Familie und Gesundheit in Thüringen