
Es gibt Länder, da steht man mit einem Fuß schon im Gefängnis, wenn man nur Mal eine leere Getränkedose auf die Straße wirft. In Deutschland dagegen gilt das achtlose Entsorgen von Müll im öffentlichen Raum bloß als Ordnungswidrigkeit. Wenn überhaupt. Denn die allermeisten solcher Verstöße gegen soziale Normen, bleiben ungeahndet, weil sich keiner traut, die Täter zur Rede stellen.
Eindrucksvoll belegt wird das jetzt von Experimenten, die Professorin Bettina Rockenbach von der Uni Köln heute im Fachmagazin Nature Communications beschreibt. Die Verhaltensökonomin heuerte Schauspieler an, die am Kölner Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln-Deutz hunderte Male Kaffeebecher achtlos auf den Bahnsteig fallen ließen oder in einer gesteigerten Variante sogar eine ganze Tüte voller Essensreste.
Im Interview mit dem DLF geht Bettina Rockenbach unter anderem auf die Frage ein: Wie häufig haben Passanten, die dieses rüpelhafte Verhalten beobachtet haben, die Übeltäter gerügt und sie aufgefordert, ihren Müll doch bitte im Abfalleimer zu entsorgen?
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