Bislang gilt, dass viele Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet nach einer Woche aus den Mediatheken entfernt werden müssen. Das gilt für Beiträge aus der Tagesschau, Serien, aber auch Fernsehfilme. Bei der zurückliegenden Tagung haben sich die Ministerpräsidenten nun darauf geeinigt, diese sogenannte Sieben-Tage-Regel zu lockern.
"Es ist jetzt schon ein Skandal"
Die Pläne stoßen allerdings bei einigen Fernsehschaffenden auf deutliche Kritik. Unter anderem äußerten sich die Verantwortlichen des Bundesverbandes Schauspiel (BFFS). Im Deutschlandfunk beklagte der Schauspieler Heinrich Schafmeister, Vorstandsmitglied im BFFS, dass Schauspieler bislang nicht extra für den Abruf ihrer Filme in den Mediatheken bezahlt würden.
"Es ist jetzt schon ein Skandal, dass die Urheber und die ausführenden Künstler für die Mediatheken nicht bezahlt werden. Und es wird ein noch größerer Skandal werden, wenn es demnächst schrankenlos ist und wir auch nicht dafür bezahlt werden."
Andere Berufsgruppen schließen sich an
Die Ministerpräsidenten hatten sich darauf geeinigt, dass die Verweildauer von Sendungen im Netz "aufwendungsneutral und zeitgemäß ausgedehnt werden" solle. Der Begriff "aufwendungsneutral" sei eine Katastrophe für die zukünftige Fernsehproduktion, da sie Fernsehschaffenden und Produzenten ein wesentliches Refinanzierungsmittel vorenthalte, hieß es vom BFFS.
Dem Protest der Schauspieler schlossen sich auch der Berufsverband Kinematografie, der Verband Deutscher Drehbuchautoren, der Bundesverband Filmschnitt und der Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild an.