
Die Aktivisten der Bewegung "Letzte Generation" hatten sich am Rahmen des Gemäldes "Der bethlehemitische Kindermord" aus dem 17. Jahrhundert festgeklebt. Mitarbeiter des Museums und Polizisten mussten die beiden Männer nach Museumsangaben mit Lösungsmitteln von dem historischen Rahmen trennen, der dabei beschädigt worden sei. Den Wert des vergoldeten Rahmens aus dem 18. Jahrhundert schätzen Kunstexperten auf rund 50.000 Euro. Sichtbare Klebstoffspuren hätten Restauratoren zwar minimiert. Der Kleber habe sich aber in den Rahmen gefressen und sei nicht mehr vollständig zu entfernen.
Staatsanwaltschaft geht von Schaden im fünfstelligen Bereich aus
Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist der Wert des Rahmens dauerhat um rund 5.000 Euro gemindert worden. Zudem habe die rote Bespannung der Wand Klebespritzer abbekommen, welche sich aus dem Gewebe nicht mehr lösen ließen. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft von einem Schaden in fünfstelliger Höhe aus. Vom Gericht wurden nach der Aktion Strafbefehle erlassen und eine Geldstrafe festgesetzt. Weil die Aktivisten Einspruch gegen die Strafbefehle eingelegt haben, kommt es nun zum Prozess. Das Museum hat angekündigt, seine Ansprüche darüberhinaus auch zivilrechtlich geltend zu machen.
Aktivisten wählten Gemälde bewusst für Klebeaktion aus
Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Maaz, hatte nach der Aktion gesagt, es sei nicht legitim, einmalige kulturelle Menschheitszeugnisse zu beschädigen, um auf die faktisch gegebenen klimatischen Probleme hinzuweisen. Ein Gemälde wie "Der bethlehemitische Kindermord" sowie der historische vergoldete Rahmen seien von unschätzbarem kulturhistorischen Wert. Zu Beginn des Prozesses sagte einer der Aktivisten, man habe das Bild bewusst ausgewählt. Die Darstellung von Babys, die aus den Armen ihrer Mütter geraubt und ermordet werden, stehe für den Zukunftsraub der Politik an der Jugend.