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American Football
Erstes Coming Out eines NFL-Profis

Während in Europa über ein EM-Stadion in Regenbogenfarben debattiert wird, hat sich in den USA der erste aktive Football-Profi zu seiner Homosexualität bekannt: Defensive End Carl Nassib. Leicht fiel ihm das aber nicht.

Von Raphael Späth |
Carl Nassib (rechts) und Myles Garret (links) beim Training
Defensive End Carl Nassib (2017) (picture alliance/AP Photo | Ron Schwane)
Kein großes Magazin-Cover, kein exklusives TV-Special: In einem einminütigen Instagram-Video outet sich Carl Nassib, Verteidiger der Las Vegas Raiders, als homosexuell.
Er habe sein Coming Out schon länger geplant, sagt Nassib im Video, fühle sich aber jetzt erst selbstbewusst genug. Er hoffe, dass Coming-Out-Videos wie diese in Zukunft nicht mehr nötig sein werden. Bis es so weit ist, wolle er dazu beitragen, die Gesellschaft weiter voranzubringen.

Breite Unterstützung aus dem Sport

Deshalb kündigt er an, 100.000 Dollar an das Trevor Project in den USA zu spenden – eine gemeinnützige Organisation, die sich für selbstmordgefährdete Jugendliche der LGBTQ-Community einsetzt.
Auf sein Coming Out gab es aus der amerikanischen Sportwelt ausschließlich positive Reaktionen. Glückwünsche kamen unter anderem von NFL-Superstars wie JJ Watt oder Julian Edelmann, aber auch von NFL-Geschäftsführer Roger Goodell und Tennis-Legende Billie Jean King.
Carl Nassib ist einer der besten Verteidiger der NFL. Durch sein Coming Out wird er zum ersten aktiven geouteten NFL-Profi überhaupt und zum derzeit einzigen offen schwulen Sportler in Amerikas großen Sportligen.