Terrorismus
Angeklagter Islamist gesteht tödlichen Messerangriff von Mannheim und zeigt Reue

Der Angeklagte im Prozess um die islamistisch motivierte tödliche Messerattacke auf dem Mannheimer Marktplatz hat die Tat gestanden und Anzeichen von Reue gezeigt.

    Der Angeklagte sitzt an seinem Platz zum Auftakt des Staatsschutzverfahrens wegen eines Messerangriffes auf dem Marktplatz in Mannheim.
    Der zum Tatzeitpunkt 25-jährige Afghane hatte im Mai 2024 auf dem Mannheimer Marktplatz fünf Teilnehmer einer Kundgebung mit einem Messer verletzt und einen 29-jährigen Polizisten getötet. (Archivbild) (Marijan Murat / dpa / Marijan Murat)
    Der 26-Jährige hatte vor gute einem Jahr den Polizisten Rouven Laur getötet und den Plan gefasst, einen in der Szene bekannten islamfeindlichen Aktivisten umzubringen. Diesen und vier weitere Menschen verletzte der Mann aus Afghanistan teils schwer. Er ist unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. 
    Der Gaza-Krieg und das Leid der Muslime habe ihn verändert, erklärte er in einem voll besetzten Saal des Oberlandesgerichts Stuttgart. Er habe mehrere Kanäle auf Telegram abonniert, wo er getötete Männer, Frauen und Kinder gesehen habe. Er habe jeden Tag geweint. Auf Telegram zeigte sich auch, dass er von der Terrormiliz IS fasziniert war. Ein Islamist, der sich auf Telegram als islamischer Gelehrter ausgab, habe ihn schließlich in seinem Tatentschluss bekräftigt. All das sei innerhalb weniger Wochen passiert. Das bereue er heute, meinte der Angeklagte. Es tue ihm schrecklich leid. Auf dem Video, dass die Tat zeige, erkenne er sich heute nicht wieder. Der Täter wurde vom Vorsitzenden Richter den ganzen Tag lang vernommen.

    Täter lebte zuletzt mit Frau und Kindern in Heppenheim

    Bei den Opfern handelt es sich um einen Mann, den der bayerische Verfassungsschutz als "weiterhin die zentrale Figur der verfassungsschutzrelevanten islamfeindlichen Szene in Bayern" beschrieben hat, und vier weitere Teilnehmer einer Kundgebung der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE). Beim BPE Bayern handelt es sich laut den Behörden ebenfalls um eine der Beobachtung unterliegende "verfassungsschutzrelevante islamfeindliche Bestrebung". Bei seinem Angriff stach der Beschuldigte auch auf den 29-jährigen Polizisten Rouven Laur ein, der die Opfer des Anschlags schützen wollte. Der Beamte starb zwei Tage später an seinen Verletzungen. Ein anderer Beamter schoss den Angreifer nieder.
    Der Angeklagte hatte zuletzt mit Frau und Kindern im hessischen Heppenheim gelebt - rund 35 Kilometer nordöstlich von Mannheim. Beobachter erwarten eine lebenslange Haftstrafe. Zudem könnte die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Auch eine anschließende Sicherungsverwahrung könnte angeordnet werden. 
    Diese Nachricht wurde am 25.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.