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Astronomie
Schwarzer Sonnenaufgang am Nordpol

Freitag Abend um 23:45 Uhr überquert unsere Sonne den Himmelsäquator von Süd nach Nord und für uns beginnt der Frühling. Am Nordpol geht morgen und am Freitag die Sonne auf, was nur einmal im Jahr geschieht.

Von Dirk Lorenzen |
    Am Freitag gibt es am Nordpol einen gespenstischen Sonnenaufgang
    Am Freitag gibt es am Nordpol einen gespenstischen Sonnenaufgang (Stellarium)
    Denn das Aufgehen am Nordpol hat nichts mit der Drehung der Erde zu tun. Die Erdachse zeigt am Pol senkrecht nach oben - alle Fixsterne ziehen stets in gleicher Höhe rund um den Himmel.
    Allein Mond, Planeten und eben die Sonne gehen auf und unter - aber dies geschieht nicht aufgrund der Erdrotation, sondern weil sich Mond und Planeten durch das All bewegen und unser Planet um die Sonne wandert.
    Daher dauert der Aufgang der Sonne am Pol nicht Minuten, sondern fast eineinhalb Tage. Die gelbe Sonnenscheibe lugt von Stunde zu Stunde etwas mehr über den Horizont.
    Übermorgen aber kommt es am Nordpol zu einem einzigartigen Sonnenaufgang: Für knapp zwei Minuten verfinstert der Mond unseren Stern total. Am eisigen Horizont steht dann der pechschwarze Kreis des Neumondes umgeben vom strahlenden Kranz der Sonnenatmosphäre.
    Weil sich am Nordpol kein Mensch aufhält, wird leider niemand dieses Himmelsschauspiel bewundern. Doch auch bei uns, gut viertausend Kilometer weiter südlich, ist diese Sonnenfinsternis gut zu beobachten - allerdings nur partiell.
    Freitag gegen 09:30 Uhr fängt der Mond an, sich langsam vor die Sonnenscheibe zu schieben. Gegen 10:45 Uhr sind zum Maximum der Finsternis etwa 80 Prozent der Sonne bedeckt. Um kurz vor zwölf ist das Spektakel vorbei und die Sonne leuchtet wieder als makelloser Kreis.