
"High sein" ist ein Handbuch für jeden, der sich ein differenziertes Bild von Drogen aller Art, von Rausch und Sucht, von Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken machen will. Der Wissenschaftler Henrik Jungaberle hat es zusammen mit dem Journalisten und ehemaligen Suchtkranken Jörg Böckem verfasst.
Am Anfang steht eine Karte, die Karte für "High-Lander". Eine Karte, die vom Hier und Jetzt bis in den Dschungel der Verwirrung über den Boden der Tatsachen bis hin zum Jenseits von Gut und Böse führt. "Um auf der Landkarte den richtigen Weg zu finden, geht es darum, einen Ausgleich zwischen Vernunft und Intuition zu finden", sagt Henrik Jungaberle.
Tradition und Moderne
Im Rahmen von klinischen Studien sind ihm viele verschiedene Menschen begegnet. "Es waren Leute dabei, die ein oder zweimal eine psychoaktive Substanz ausprobiert haben und kapiert haben, brauche ich nicht mehr." Andere, so Jungaberle haben tausendfach psychoaktiven Tee zu sich genommen. "Zwischen den Polen, die eine Einsicht haben, und solchen, die ein Ritual aus dem Konsum machen, bewegt sich die Realität."
Was früher in traditionellen Gesellschaften funktionierte, "funktioniert in postmodernen Gesellschaften nicht gut." "Der Middelground, wo Menschen ihre Neugier ausprobieren wollen, der ist nicht institutionalisiert. Da gibt es ein Defizit, das wir in den nächsten Jahrzehnten lösen sollten."
Das Buch ist ein Handbuch, "in dem man Argumente, Geschichten, Ideen finden kann, die Entscheidungen erleichtern." Sowohl die abschreckenden als auch die hedonistisch verwirrenden Aspekte des Drogenkonsums werden thematisiert. "Ein Plädoyer dafür, den Blick nicht nur auf den Spaß oder die Sucht zu lenken, sondern die ganze Landkarte abzuschreiten, wenn Menschen Opiate, Zigaretten, LSD nutzen."
Angst und Anziehung
Besonders kreative Menschen haben häufig Drogen konsumiert, psychoaktive Substanzen genutzt. "Künstler aller Zeiten, Literaten, Maler, Musiker habe sich immer inspirieren lassen von Zuständen, die auch psychoaktive Substanzen ausgelöst haben. Das Cannabis im Jazz, die Opiate in der romantischen Literatur sind nicht wegzudenken. Wir haben nur ein sehr gestörtes Verhältnis zu den Leuten, die sie nutzen. Ein Verhältnis, das durch Angst geprägt ist und den gut gemeinten Versuche, den Leuten Angst zu machen."
Henrik Jungaberle/ Jörg Böckem: "High Sein" , Verlag: Kein und Aber, 320 Seiten, 23 Euro.