Torjubel in der 50. Minute: Walerij Gorbatschik trifft für seinen Verein "Torpedo Belas", den Tabellenführer der höchsten Fußballliga. Die Spieler umarmen sich, klatschen sich ab – alles wie gehabt. Auf der Tribüne sehen das Spiel zwar nur einige Dutzend Zuschauer, soweit das nach Fernsehbildern zu beurteilen ist, doch wo sie sitzen, sitzen sie in Gruppen zusammen.
Geschlossen wurden Verkaufskioske in den Stadien und die Zonen, in denen sich Fans sonst vor und nach dem Spiel aufhalten konnten. Es sollen Spender für Desinfektionsmittel aufgestellt worden sein, berichten Medien. Zudem wurde angekündigt, von nun an weniger Tickets als üblich zu verkaufen, damit zwischen den Zuschauern mehr Platz bleiben könne. Diese neuen Regelungen spiegeln sich im Angebot der Online-Shop für Tickets für die kommenden Spieltage.
Da die belarussische Fußballliga die einzige Europas ist, in der der Fußball noch rollt, ist das Interesse an den Fernsehrechten gestiegen. Zehn Länder, darunter Russland und Kroatien, haben sie erworben.
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat die Diskussion über das Coronavirus wiederholt als Psychose bezeichnet und empfahl zur Behandlung Wodka, den Besuch der Banja und Feldarbeit auf dem Traktor. Schulen und Hochschulen sind geöffnet, auch Theater. Am Bolschoi Theater in Minsk steht für Samstag "Die Hochzeit des Figaro" auf dem Spielplan.
Belarus verzeichnet nach offiziellen Zahlen von Freitag 94 Infizierte. Allerdings sind in dem Land mit etwa neuneinhalb Millionen Einwohnern verhältnismäßig wenige Tests durchgeführt worden.