
"Zölle bewirken in einer arbeitsteiligen Welt selten Gutes, und Trump macht es noch schlimmer. Mindestens drei Zwecke verfolgt er, und sie passen nicht zusammen. Zölle sollen die US-Industrie schützen und stärken, die löchrige Staatskasse füllen und als Verhandlungsmasse mit dem Ausland dienen. Aber jeder dieser Zwecke bräuchte eine andere Zollpolitik."
"Die deutsche Automobilindustrie treffen die Strafzölle zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt", gibt die FREIE PRESSE aus Chemnitz zu bedenken:
"Bei der gerade erst zu Ende gegangenen Bilanzsaison mussten VW, Mercedes und Co. herbe Gewinneinbrüche eingestehen. Für den angestrebten Erholungskurs der deutschen Autobauer sind die Strafzölle ein Schuss vor den Bug."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG beobachtet:"Trumps Unverfrorenheit im internationalen Handel macht längst Schule. Für die deutsche Wirtschaft, die sich schwertut, aus der Rezession zu kommen, ist das Gift. Den ersehnten Exportaufschwung wird das massiv erschweren."
"Und doch sollte man das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren", empfiehlt die MEDIENGRUPPE BAYERN:
"Auf die gesamte EU-Wirtschaftsleistung gesehen, sind die Folgen der Strafzölle wohl überschaubar. Das alte Europa wird daran nicht untergehen."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER überlegt zu möglichen Reaktionen der EU:
"Im Umgang mit dem erratischen US-Präsidenten ist Fingerspitzengefühl gefragt. Großspurig medial angekündigte Vergeltungszölle führen im Zweifel nur zu einer weiteren Eskalation der Zollspirale. Dafür zahlen am Ende nur die Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks die Zeche. Besser wäre es, ihn diskret hinter verschlossenen Türen mit dem Zuckerbrot zu locken und ihm dabei aber auch die Peitsche zu zeigen. Militärisch mag die EU ein Zwerg sein, ökonomisch kann sie den USA aber durchaus Paroli bieten."
Die Deutsche Bahn steckt laut ihren jüngsten Geschäftszahlen in der Krise. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sieht Bahnchef Lutz in der Mitverantwortung:
"Unter seiner Führung ist die Bahn überhaupt erst in die Krise gerutscht. Und er scheitert bis heute daran, den Konzern zurück in die Spur zu bringen. Stattdessen präsentiert er der Öffentlichkeit in unregelmäßigen Abständen Sanierungsprogramme mit den immer gleichen Versprechen. Bald kommt die Bahn wieder pünktlich. Bald macht die Bahn wieder Gewinn. Bald baut die Bahn ihr Angebot aus. Wer's glaubt.“
Und die TAGESZEITUNG – TAZ verlangt:
"Statt um jeden Preis die Bahn in die Profitabilität zu treiben, sollte die kommende Regierung klar und deutlich anerkennen, dass die Bahn ein elementarer Teil der Daseinsvorsorge ist, den sich die Gesellschaft bewusst leistet."