Fußball-Bundesliga
Schiri-Durchsagen sollen Videobeweis transparenter machen

Mehr Transparenz, mehr Verständnis - das soll es künftig beim Video-Assistenten im deutschen Profifußball geben. Dafür testen DFL und DFB, ob Durchsagen der Schiedsrichter künftig bei den Fans im Stadion für mehr Klarheit sorgen können.

Von Chaled Nahar |
Auf einer Anzeigetafel in München wird die VAR-Überprüfung über eine mögliche Abseitsstellung bei einem Tor angezeigt.
Die Schiedsrichter-Durchsage nach VAR-Entscheidungen soll deutlich schneller erfolgen als die Benachrichtigung auf den Stadion-Anezigetafeln. (picture alliance / augenklick / firo Sportphoto / Sebastian El-Saqqa)
Neun Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga sind Teil des Pilotprojekts: Bei den Heimspielen von neun Klubs sind mindestens bis Saisonende die Durchsagen zu hören. An diesem Wochenende geht es los, beispielsweise mit den Spielen Bayern gegen Kiel und Düsseldorf gegen Ulm.
Die Schiedsrichter können sich mit einem Knopfdruck am Headset auf die Stadionlautsprecher schalten und eine Durchsage machen. Das soll immer dann passieren, wenn der Schiedsrichter nach einem Gang zum Monitor eine Entscheidung getroffen hat. Zudem soll es die Durchsage geben, wenn der Unparteiische eine Entscheidung ohne Gang zum Monitor auf Hinweis des Video-Assistenten ändert, beispielsweise bei einer Abseitsstellung.
In den Stadien soll vor Spielbeginn ein Video laufen, dass den Fans das Vorgehen erklärt.

DFL: mehr Tempo, mehr Transparenz

Inhaltlich werden die Schiedsrichter nicht viel mehr verkünden, als bisher auf den Anzeigetafeln stand. Ansgar Schwenken, DFL-Direktor Spielbetrieb, wies aber darauf hin, dass die Erklärung zu den jeweiligen Entscheidungen schneller vermittelt wird. Denn die Durchsage erfolgt unmittelbar nach der Überprüfung. Die Einblendungen auf den Anzeigetafeln hatten oft einen zeitlichen Verzug. Die Rede ist bei DFB und DFL von mehr Transparenz, die das Vorgehen schaffen soll.
Die Schiedsrichter fühlen sich laut DFB gut vorbereitet. Doch bei einigen gibt es zumindest Vorbehalte - aus gutem Grund. Technische Pannen sind ein mögliches Problem. Ein noch größeres könnten Versprecher werden, besonders in wichtigen Spielen.

Enorme Stresssituation für Schiris

Die FIFA nutzt das Prinzip schon länger, bei der WM der Frauen 2023 gab es einen solchen Versprecher: Die südkoreanische Schiedsrichterin Oh Hyeon-jeong sagte aus Versehen die falsche Entscheidung an und musste sich korrigieren.
Die Schiris wissen, dass die Häme in einem solchen Fall groß wäre. Entsprechend erhöht das die ohnehin schon hohe Stressbelastung auf dem Platz. Viel Konzentration ist auch bei dieser Aufgabe gefragt. Dennoch: Die Pilotphase kommt und läuft zunächst bis zum Ende der Saison, dann wird Bilanz gezogen. DFB und DFL sind von dem Nutzen überzeugt und sagen bereits: Wenn es gut läuft, könnten schon in der aktuellen Saison weitere Stadien einbezogen werden.