Nach Absage von Omri-Boehm-Rede
Bundesregierung betont freie Arbeit der KZ-Gedenkstätten

Die Bundesregierung hat eine unabhängige Arbeit der KZ-Gedenkstätten in Deutschland gefordert - ohne Einmischung von außen. Hintergrund ist Kritik der Gedenkstätte Buchenwald an israelischer Einflussnahme auf eine Veranstaltung in Weimar.

    Rekonstruierter Lagerzaun mit Krematorium im Nebel in der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald.
    Rekonstruierter Lagerzaun mit Krematorium im Nebel in der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald. (Imago / blickwinkel / S. Ziese)
    Regierungssprecher Büchner sagte in Berlin, die Gedenkstätten müssten ihrer Arbeit ohne Bedrängung staatlicher Institutionen oder gesellschaflicher Gruppen nachgehen können und auch ihre Gesprächspartner frei wählen können. Er betonte, dass die Orte unentbehrliche Lernorte gegen das Vergessen seien.
    Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Wagner, hatte israelische Einflussnahme auf die Feierlichkeiten in Weimar zum 80. Jahrestag der KZ-Befreiung kritisiert. Er warf der israelischen Regierung im RBB-Hörfunk und im Deutschlandfunk eine inakzeptable Einflussnahme vor. Seinen Angaben zufolge wurde auf den Druck hin die Rede des deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm abgesagt. Der Enkel einer Holocaust -Überlebenden gilt als Kritiker der Regierung von Ministerpräsident Netanjau.
    Wagner erklärte, Israel habe eine zumindest in Teilen rechtsextreme Regierung, die versuche, einen Kritiker mundtot zu machen. An der Integrität Boehms gebe es keine Zweifel. Wagner führte aus, er habe so etwas noch nie erlebt. Es sei für ihn in 25 Jahren Gedenkfeiern die schlimmste Erfahrung gewesen. Man habe dem Druck letztlich nachgegeben und die Notbremse gezogen, um zu verhindern, dass Holocaust-Überlebende in den Streit hineingezogen würden.
    Diese Nachricht wurde am 05.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.