Cascaro:
"Ich verstehe, dass vielleicht jetzt auch jemand sagt: Retro. Aber da haben wir gar nicht drüber nachgedacht. Wir haben natürliche Klangaspekte in die Waagschale geworfen und wollen den perfekten Klang einfangen und es ging nicht darum, am Reisbrett ein gutes Album zu machen, sondern darum, dass es ein Klang ist, der unique ist, der einheitlich ist auch über die ganze Platte."
In der Tat gelingt es Jeff Cascaro, einen einheitlichen Klang zu präsentieren und im Gegensatz zu seinen früheren Albem ist 'The Other Man' dem Styx Soul der 1960er-Jahre näher als den glatten Produktionen der 80er-Jahre. Wie immer schart Cascaro dabei Musiker um sich, die alle Stile perfekt bedienen können, zum Beispiel den Schlagzeuger Flo Dauner oder den Bassisten Christian von Kaphengst - Musiker, die von Hause aus Jazzer sind.
"Es sind viele Soli drinnen, was eher in Richtung Jazz geht, was viele ja nicht wissen, dass ich viel Jazz gemacht habe als Trompeter und Sänger und dass die improvisierte Musik eine Rolle spielt. Posaunen und Trompetensolo spiele ich selber, das war so ein bisschen ein Wagnis, aber ich habe es tatsächlich alles gemacht. Das ist ganz interessant, ich wollte alles in der Hand haben, alles selbst spielen, denn im Studio muss man viel erklären, das können die tollsten Musiker sein, aber wenn man selber Trompete spielt und die Arrangements macht, dann ist das glaube ich ganz interessant, dass man sich näher ist und es unkomplizierter sieht und es auch einfacher strukturiert."
Dass Jeff Cascaro auch ein hervorragender Trompeter und Posaunist ist, wurde auf seinen bisherigen Alben nicht deutlich, da hat er diese Parts noch Leuten wie Till Brönner überlassen. Der Mann aus dem Ruhrgebiet ist eben ein Vollblutmusiker, der sich seine Meriten an ganzen verschiedenen Fronten verdient hat: als Sänger mit den großen deutschen Big Bands, als Sideman der 'Fantastischen Vier' und Götz Alsmann. Zudem hat er lange Jahre als Gesangscoach bei 'Deutschland sucht den Superstar' gearbeitet und unterrichtet nach wie vor an der Hochschule in Weimar Jazzgesang. Als Künstler unter eigenem Namen hat er allerdings schon vor langer Zeit die Soulmusik für sich entdeckt. Und zwar in der Form, wie sie im Ursprungsland USA seit einem halben Jahrhundert zelebriert wird - und natürlich auch in der passenden Sprache.
"Können sie sich das vorstellen? Die Musik, die ich mache in Deutsch, kann ich mir nicht vorstellen im Moment, diese Musik braucht diese Sprache, ich bin mir da ganz sicher."
Englische Musik braucht englische Texte, klarer Fall. In der deutschen Soulszene ist das allerdings gar nicht mehr so klar: Xavier Naidoo, Roger Cicero, Jan Delay oder Stefan Gwildis - sie alle machen uramerikanische Musik, aber sie singen deutsch. Und sie sind erfolgreich damit. Sogar erfolgreicher als Jeff Cascaro. Der ist kurioserweise in Italien bekannter als hierzulande. Die Unterstützung einheimischer Künstler sieht Jeff Cascaro denn auch als großes Manko in der deutschen Konzertlandschaft.
"Es gibt zu viele Musiker, die für zu wenig Geld spielen, das bringt nichts, Musik muss Geld kosten, es ist ein spezielles Gut, beim Bäcker wird es ja auch immer teurer. Das einzige Segment, wo man nicht mehr verdient als früher, ist, die Musik - die Gagen sind nicht gestiegen und das ist eine Frechheit."
Von den Subventionsgeldern, die in Deutschland für klassische Musik ausgegeben werden, könnte man als Jazz- oder Soulmusiker nur träumen, meint Jeff Cascaro. Aber es fehle eben auch der Zusammenhalt innerhalb der Szene, um sich für bessere Auftrittsmöglichkeiten einzusetzen, es fehle ein Gemeinschaftsgefühl jenseits von Schubladendenken, Neid und Missgunst.
"Die Szene gibt es nicht, jeder kämpft für sich alleine. Was ich vermisse, ist, dass man sich einfach mal hinsetzt und zusammen spielt, zusammen Musik macht, dass ist doch wichtig, dass man eine gute Energie hat."
"Ich verstehe, dass vielleicht jetzt auch jemand sagt: Retro. Aber da haben wir gar nicht drüber nachgedacht. Wir haben natürliche Klangaspekte in die Waagschale geworfen und wollen den perfekten Klang einfangen und es ging nicht darum, am Reisbrett ein gutes Album zu machen, sondern darum, dass es ein Klang ist, der unique ist, der einheitlich ist auch über die ganze Platte."
In der Tat gelingt es Jeff Cascaro, einen einheitlichen Klang zu präsentieren und im Gegensatz zu seinen früheren Albem ist 'The Other Man' dem Styx Soul der 1960er-Jahre näher als den glatten Produktionen der 80er-Jahre. Wie immer schart Cascaro dabei Musiker um sich, die alle Stile perfekt bedienen können, zum Beispiel den Schlagzeuger Flo Dauner oder den Bassisten Christian von Kaphengst - Musiker, die von Hause aus Jazzer sind.
"Es sind viele Soli drinnen, was eher in Richtung Jazz geht, was viele ja nicht wissen, dass ich viel Jazz gemacht habe als Trompeter und Sänger und dass die improvisierte Musik eine Rolle spielt. Posaunen und Trompetensolo spiele ich selber, das war so ein bisschen ein Wagnis, aber ich habe es tatsächlich alles gemacht. Das ist ganz interessant, ich wollte alles in der Hand haben, alles selbst spielen, denn im Studio muss man viel erklären, das können die tollsten Musiker sein, aber wenn man selber Trompete spielt und die Arrangements macht, dann ist das glaube ich ganz interessant, dass man sich näher ist und es unkomplizierter sieht und es auch einfacher strukturiert."
Dass Jeff Cascaro auch ein hervorragender Trompeter und Posaunist ist, wurde auf seinen bisherigen Alben nicht deutlich, da hat er diese Parts noch Leuten wie Till Brönner überlassen. Der Mann aus dem Ruhrgebiet ist eben ein Vollblutmusiker, der sich seine Meriten an ganzen verschiedenen Fronten verdient hat: als Sänger mit den großen deutschen Big Bands, als Sideman der 'Fantastischen Vier' und Götz Alsmann. Zudem hat er lange Jahre als Gesangscoach bei 'Deutschland sucht den Superstar' gearbeitet und unterrichtet nach wie vor an der Hochschule in Weimar Jazzgesang. Als Künstler unter eigenem Namen hat er allerdings schon vor langer Zeit die Soulmusik für sich entdeckt. Und zwar in der Form, wie sie im Ursprungsland USA seit einem halben Jahrhundert zelebriert wird - und natürlich auch in der passenden Sprache.
"Können sie sich das vorstellen? Die Musik, die ich mache in Deutsch, kann ich mir nicht vorstellen im Moment, diese Musik braucht diese Sprache, ich bin mir da ganz sicher."
Englische Musik braucht englische Texte, klarer Fall. In der deutschen Soulszene ist das allerdings gar nicht mehr so klar: Xavier Naidoo, Roger Cicero, Jan Delay oder Stefan Gwildis - sie alle machen uramerikanische Musik, aber sie singen deutsch. Und sie sind erfolgreich damit. Sogar erfolgreicher als Jeff Cascaro. Der ist kurioserweise in Italien bekannter als hierzulande. Die Unterstützung einheimischer Künstler sieht Jeff Cascaro denn auch als großes Manko in der deutschen Konzertlandschaft.
"Es gibt zu viele Musiker, die für zu wenig Geld spielen, das bringt nichts, Musik muss Geld kosten, es ist ein spezielles Gut, beim Bäcker wird es ja auch immer teurer. Das einzige Segment, wo man nicht mehr verdient als früher, ist, die Musik - die Gagen sind nicht gestiegen und das ist eine Frechheit."
Von den Subventionsgeldern, die in Deutschland für klassische Musik ausgegeben werden, könnte man als Jazz- oder Soulmusiker nur träumen, meint Jeff Cascaro. Aber es fehle eben auch der Zusammenhalt innerhalb der Szene, um sich für bessere Auftrittsmöglichkeiten einzusetzen, es fehle ein Gemeinschaftsgefühl jenseits von Schubladendenken, Neid und Missgunst.
"Die Szene gibt es nicht, jeder kämpft für sich alleine. Was ich vermisse, ist, dass man sich einfach mal hinsetzt und zusammen spielt, zusammen Musik macht, dass ist doch wichtig, dass man eine gute Energie hat."