
Der Hauptgeschäftsführer der örtlichen Handwerkskammer, Bührig, sagte im RBB-Fernsehen, Fakt sei, dass solche Vorfälle nicht hülfen, ausländische Fachkräfte zu gewinnen. Der Sprecher der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Kastner, meinte, Störfälle seien nicht schön. Ein tiefer Imageschaden sei im Moment aber nicht zu verzeichnen. Seine Kollegin Kunkel fügte hinzu, sie habe zwar noch keine Kenntnis von Stornierungen, aber man wisse natürlich nicht, wie viele Menschen sich zuhause gegen eine Buchung entscheiden würden. Man dürfe das Land nicht über einen Kamm scheren, mahnte sie. Da tue man vielen Unrecht. Ähnlich äußerte sich der Vizevorsitzende des Fachverbands für Kinder- und Jugendreisen in Berlin und Brandenburg. Natürlich habe man aber Angst, dass man wegen der Geschehnisse Schaden davontragen. Heidesees parteiloser Bürgermeister Langner teilte mit, man dürfe die Kinder- und Jugenderholungszentren in der Gemeinde "aufgrund dieses einzelnen Vorfalls" nicht in "ein falsches Licht" rücken. Die Einrichtungen beherbergten seit Jahrzehnten nationale und internationale Gäste. Heidesee stehe für Weltoffenheit.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Gelbhaar, meinte unterdessen, die Debatte um "Brandenburger NoGo-Areas für Berlinerinnen und Berliner" sei wieder da. Der SPD-Politiker Hopp betonte, wenn sich Schüler mit einer Migrationsgeschichte nicht sicher fühlen könnten, stelle das die jeweiligen Regionen als Reiseziele zunehmend infrage. Bundespräsident Steinmeier sowie Politiker aus Bund und Ländern hatten sich erschüttert über die Geschehnisse geäußert.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde eine 10. Klasse aus Berlin in einem Ferienlager am Frauensee von alkoholisierten und teils vermummten Jugendlichen zwischen 17 und 19 Jahren aus der Region rassistisch beschimpft und bedroht. Die Klasse brach ihre Reise ab. Die Polizei ermittelt. Mit ersten Ergebnissen wird erst in den kommenden Tagen gerechnet. Zuvor hatten rechtsextreme Umtriebe an einer Brandenburger Schule in Burg (Spreewald) für Debatten gesorgt. Laut dem Verein Opferperspektive wurden im vergangenen Jahr 138 rechtsradikal motivierte Übergriffe in Brandenburg gezählt. Das ist ein leichter Rückgang: Ein Jahr zuvor waren es demnach noch 150.
Diese Nachricht wurde am 11.05.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.