Ihre Tochter Persephone war von Zeus heimlich Hades versprochen worden, dem Gott der Unterwelt. Der entführte sie eines Tages und Demeter suchte überall vergebens nach ihrer Tochter. In großer Trauer vernachlässigte sie ihre Aufgaben. Die Pflanzen verdorrten und die Bäume trugen keine Früchte mehr. Schließlich erfuhr sie vom Schicksal Persephones und verlangte die Freilassung.
Doch diese hatte in der Unterwelt schon etwas gegessen, wodurch ein dauerhaftes Lösen nicht mehr möglich war. Man einigte sich auf einen Kompromiss: Persephone sollte immer abwechselnd ein halbes Jahr beim Mann in der Unterwelt verbringen und ein halbes Jahr bei ihrer Mutter im Olymp.

So entstanden der Sage nach die Jahreszeiten: Wenn Demeter ihre Tochter vermisst, ist die Jungfrau nicht zu sehen. Das ist im Herbst und Winter der Fall, wenn die Natur still steht. Ist aber Persephone bei ihr, ist sie gut gelaunt, leuchtet am Himmel und sorgt im Frühling und Sommer für Wachstum und gute Ernten.
Im alten China galt der obere Teil der Jungfrau als Königspalast. Das passt verblüffend zur modernen Astronomie. Denn dort befindet sich ein wahrlich königliches Objekt – der Virgo-Galaxienhaufen, zu dessen Rand auch unsere Milchstraße gehört. Noch bis August zeigen sich Demeter und die Galaxien am Abendhimmel.