
Der Statistik zufolge lag die Gesamtzahl der erfassten Straftaten 2024 bei 5,84 Millionen - das sind rund 103.000 weniger als im Vorjahr. Hauptgrund dafür ist aber, dass ein früherer Deliktsbereich seit 1. April 2024 weitgehend abgeschafft ist: Der Konsum und Anbau von Cannabis. Der Rückgang der Fall- und Tatverdächtigenzahlen sei "deutlich" von der Teillegalisierung beeinflusst, heißt es in der Erklärung zur Statistik.
Deutlich mehr Sexualdelikte
Die Gewaltkriminalität nahm hingegen zu - um 1,5 Prozent. Mit bundesweit mehr als 217.000 Gewalttaten erreichte sie im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit 2007.
Einen deutlichen Anstieg gab es den Angaben zufolge bei Sexualdelikten (plus 9,3 Prozent). Insgesamt wurden fast 43.000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. Opfer sind vor allem Frauen. "Diese Zahlen müssen weitere Konsequenzen haben", verlangte Innenministerin Faeser (SPD). Benötigt würden ein stärkeres Schutz- und Hilfesystem, eine effektivere Strafverfolgung der Täter und die Einführung einer elektronischen Fußfessel.
Zwei Gruppen von Tatverdächtigen
Während die Zahl der zu Gewalttaten ermittelten deutschen Tatverdächtigen im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent stieg, registrierten die Polizeibehörden von Bund und Ländern bei den nicht deutschen Tatverdächtigen eine Zunahme um 7,5 Prozent.
Allerdings weist das Bundeskriminalamt (BKA) darauf hin, dass auch der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung im Verlauf des Jahres zugenommen hat. Studien zeigen zudem, dass Menschen eine Tat eher zur Anzeige bringen, wenn sie vermuten, dass der Täter ein Ausländer ist.
Weniger Cyberkriminalität
Im Feld "Cybercrime" sanken die Fallzahlen leicht um 2,2 Prozent auf 131.391. Das ist das zweite Jahr in Folge, in dem die erfasste Kriminalität hier zurückging. Die Statistik weist aber auf ein in diesem Bereich oft großes Dunkelfeld hin: "Da bislang keine aktuellen bundesweiten Ergebnisse zur Veränderung des Dunkelfelds im Bereich Cyberkriminalität vorliegen, bleibt zunächst unklar, ob die Veränderung in den Fallzahlen auf eine tatsächliche Veränderung der Häufigkeit oder auf eine Veränderung im Anzeigeverhalten zurückzuführen sind", heißt es.
Mehr Fälle im Bereich Wirtschaftskriminalität
Keinen allgemeinen Trend kann man laut BKA aus der starken Zunahme von Fällen im Bereich der Wirtschaftskriminalität ablesen. Hier stieg die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 57 Prozent auf rund 22.400 Fälle an.
Grund dafür sei der Abschluss zum Teil mehrjähriger Ermittlungen in Sammelverfahren mit einer Vielzahl von Geschädigten, heißt es in den Erläuterungen zur Statistik.
Diese Nachricht wurde am 02.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.