Vielleicht ist es ein Absatz wie dieser, der in seiner ganzen Selbstironie, dem subtilen Sarkasmus, der Herbert Riehl-Heyses professionelles Markenzeichen war, diese Edelfeder aus München am besten kennzeichnet. Wer Riehl-Heyse ganz genau verstehen wollte, der musste in der Kunst des "Zwischen-den-Zeilen-Lesens" bewandert sein, stets auf der Hut vor dem zweiten Gedanken, den dieser brillante Autor quasi als Huckepacktext in seine Kommentare, Features und Analysen einflocht. Kurz: Ein intellektueller Schelm war dieser durch und durch christlich geprägte Süddeutsche, dessen messerscharfe Analysen etwa zum politischen Tagesgeschäft, zu Machern und Gemachten, zu Einzelschicksalen und Gruppendynamikern fast einzigartig im schnellsten Geschäft dieser Welt mit kurzem Verfallsdatum, dem Journalismus nämlich, dastanden.
Die Katholische Nachrichtenagentur überschreibt heute ihren Nachruf mit der trefflichen Formel "Streiflicht erloschen" - Riehl-Heyse hätte es gefallen, denn er war einer jener bundesweit bekannten anonymen Satiriker, die nicht nur mit dieser täglichen Kolumne der Süddeutschen Zeitung ihr unverwechselbares Profil gegeben hat.
Herbert Riehl-Heyse, mit den höchsten Preisen des Gewerbes bedacht, war nie ein lautstarker Polterer, ein Parolen-Produzent, seine feinsinnigen Texte, ein Lesegenuss für Konsumenten, die neben dem Spaß an Formulierungen auch deren Inhalte schätzten.
Zu seiner gewissermaßen landsmannschaftlich polit-kulturellen Hassliebe zur CSU hat der heute an Krebs verstorbene Journalist mit dem Buch " CSU - Die Partei, die das schöne Bayern erfunden hat" alles abgeladen, was ihn bedrückte. Mit dem Buch "Bestellte Wahrheiten" ist Riehl-Heyse auch mit seinem, mit unserem Gewerbe hart ins Gericht gegangen. Trefflich überdies und, wenn man es so sagen darf, vorbildlich. Denn auch das hat ihn umgetrieben, die langsame Verluderung von Sprache und der damit verbundene Transport von Halbwahrheiten.
Sein Ausflug zur berühmten Hamburger Illustrierten nach deren Hitler-Tagebuch-Desaster war für ihn wie ein kleiner Trip zu einem anderen Stern. Bei Blattmachern, so sah er schnell ein, hat ein Mann der leisen Töne so gut wie nichts verloren. Zuletzt hat er sich, den Tod schon vor Augen, noch engagiert in die aktuelle Zeitungskrise eingemischt, von der auch die Süddeutsche betroffen ist. Mehr Solidarität in unserem Gewerbe hat er gefordert. Dies ist nur eines der wichtigen Vermächtnisse eines großartigen Journalisten.
Zitate: Herbert Riehl-Heyse über Vorbilder und über Selbstzweifel (Real-Audio-Dateien).
Link: mehr ...
1104.html
Die Katholische Nachrichtenagentur überschreibt heute ihren Nachruf mit der trefflichen Formel "Streiflicht erloschen" - Riehl-Heyse hätte es gefallen, denn er war einer jener bundesweit bekannten anonymen Satiriker, die nicht nur mit dieser täglichen Kolumne der Süddeutschen Zeitung ihr unverwechselbares Profil gegeben hat.
Herbert Riehl-Heyse, mit den höchsten Preisen des Gewerbes bedacht, war nie ein lautstarker Polterer, ein Parolen-Produzent, seine feinsinnigen Texte, ein Lesegenuss für Konsumenten, die neben dem Spaß an Formulierungen auch deren Inhalte schätzten.
Zu seiner gewissermaßen landsmannschaftlich polit-kulturellen Hassliebe zur CSU hat der heute an Krebs verstorbene Journalist mit dem Buch " CSU - Die Partei, die das schöne Bayern erfunden hat" alles abgeladen, was ihn bedrückte. Mit dem Buch "Bestellte Wahrheiten" ist Riehl-Heyse auch mit seinem, mit unserem Gewerbe hart ins Gericht gegangen. Trefflich überdies und, wenn man es so sagen darf, vorbildlich. Denn auch das hat ihn umgetrieben, die langsame Verluderung von Sprache und der damit verbundene Transport von Halbwahrheiten.
Sein Ausflug zur berühmten Hamburger Illustrierten nach deren Hitler-Tagebuch-Desaster war für ihn wie ein kleiner Trip zu einem anderen Stern. Bei Blattmachern, so sah er schnell ein, hat ein Mann der leisen Töne so gut wie nichts verloren. Zuletzt hat er sich, den Tod schon vor Augen, noch engagiert in die aktuelle Zeitungskrise eingemischt, von der auch die Süddeutsche betroffen ist. Mehr Solidarität in unserem Gewerbe hat er gefordert. Dies ist nur eines der wichtigen Vermächtnisse eines großartigen Journalisten.
Zitate: Herbert Riehl-Heyse über Vorbilder und über Selbstzweifel (Real-Audio-Dateien).
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