Steigende Gesundheitskosten
DGB und Minister Lauterbach gegen Ausfallgebühr bei verpassten Arztterminen

Die Forderung von Ärzteverbänden, Patienten mit einer Strafgebühr für versäumte Praxistermine zu belegen, stößt auf Kritik.

    Ein Hausarzt hält ein Ultraschallgerät auf den Bauch eines älteren, oberkörperfreien Patienten. Dabei schaut der Arzt in den Monitor vor sich.
    Sollten Patienten für ausgefallene Termine zahlen? (picture alliance / dpa-tmn / Benjamin Nolte)
    Der Deutsche Gewerkschaftsbund nannte die Vorschläge "absurd". Vorstandsmitglied Piel sagte, die Versicherten würden unter Generalverdacht gestellt, Praxen auszunutzen. Sie forderte stattdessen eine funktionierende ambulante Versorgung, um gegen Terminnot in den Arztpraxen vorzugehen.
    Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Lauterbach wandte sich insbesondere gegen Ausfallgebühren bei Kinderärzten. Es sei "unvorstellbar", dass gerade ärmere Eltern 100 Euro bezahlen sollten, wenn sie dort einen Termin nicht wahrnehmen könnten. Diesen Betrag hatte ein Vertreter des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte ins Gespräch gebracht.
    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sprach sich für eine Ausfallgebühr in Höhe von 10 bis 20 Euro aus, die allerdings von den Krankenkassen übernommen werden soll.
    Diese Nachricht wurde am 01.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.