03. April 2025
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - Die Wirtschaftspresseschau

Das Bild zeigt die gläserne Fassade der deutschen Fondsgesellschaft DWS in Frankfurt am Main.
Die DWS in Frankfurt am Main (imago images / imagebroker / imago stock&people via www.imago-images.de)
Unter anderem geht es um die Millionenstrafe gegen die Deutsche-Bank-Tochter DWS wegen Greenwashing, die die Staatsanwaltschaft Frankfurt verhängt hat.
Die BÖRSEN-ZEITUNG meint:
"Nach fast drei Jahren hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen jetzt beendet – mit einem Bußgeldbescheid. Der hat es allerdings in sich: 25 Millionen Euro sind keine Kleinigkeit. Die Staatsanwaltschaft muss sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit gefallen lassen. Aber nicht wegen der Höhe der Geldbuße, mit der sie erstmals auf Augenhöhe mit der US-Aufsicht SEC agiert. Sondern wegen ihrer reputationsschädigenden Ermittlungsmethoden. Denn die Fondstochter der Deutschen Bank wird ja gerade nicht dafür belangt, dass sie ihre Produkte in irgendeinem Hinterzimmer heimlich grün gewaschen hätte. Sondern dafür, dass sie im Außenauftritt in Sachen Nachhaltigkeit die Backen zu sehr aufgeblasen hat. Um diesen Nachweis zu erbringen, mussten bei der DWS keine Akten sichergestellt werden. Die Lektüre der einschlägigen Prospekte und Werbematerialien hätte gereicht. Auch ohne Razzien hätten die Ermittlungen nicht durch das Schreddern von Akten vereitelt werden können."
"Sei gewarnt, Finanzbranche", titelt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und schreibt:
"Genauso wenig wie die Klimakrise durch Leugnen einfach verschwindet, sollten Unternehmen mit übertriebenem Marketing Verbraucher in die Irre führen und ihnen vermeintlich 'grüne' Produkte verkaufen, die in Wahrheit alles andere als nachhaltig sind. Für die Fondsgesellschaft DWS sollte das Urteil kein reiner Verwaltungsakt sein. Dass die Finanzaufsicht Bafin derzeit erneut bei ihr wegen Nachhaltigkeitsthemen vorstellig ist, deutet darauf hin, dass die Deutsche-Bank-Tochter immer noch nicht die richtige Lehre aus dem Debakel gezogen hat. Die ganze Finanzbranche sollte dieses Bußgeld als Warnung verstehen. Die Nachfrage nach nachhaltigen Fonds bleibt hoch – und wer hier täuscht, muss teuer dafür bezahlen."
Das HANDELSBLATT blickt auf die Hannovermesse:
"Die weltgrößte Industriemesse soll mit ihren Innovationen eigentlich Optimismus verbreiten. Doch die Unternehmen zeigen sich so stark verunsichert wie seit der Coronapandemie nicht mehr. Energiekrise, Inflation und bürokratische Hürden haben die Industrie stark geschwächt. Neue Handelsbarrieren könnten nun angesichts der multiplen Krisen im schlimmsten Fall zum Knock-out führen. Wer glaubt, mit einem Weiter-so überleben zu können, der irrt gewaltig. Die Weltmärkte sind im Umbruch, und es wird keine zweite Chance geben. Europas Industrie muss jetzt mutig voranschreiten, in Innovationen investieren und neue Wege gehen."