US-Zollpolitik
Fed-Chef Powell warnt vor negativen Auswirkungen - Aktienkurse weiter auf Talfahrt

Der Chef der US-Notenbank, Powell, hat vor negativen Auswirkungen der Zollpolitik von Präsident Trump auf die Wirtschaft gewarnt. Powell sagte, es sei sehr wahrscheinlich, dass die neuen Zölle zumindest zeitweise eine Erhöhung der Inflation und ein langsameres Wirtschaftswachstum nach sich ziehen würden.

    Fed-Chef Jerome Powell steht an einem Mikrofon.
    Fed-Chef Jerome Powell (picture alliance / dpa / XinHua / Ting Shen)
    Powell betonte, es sei auch möglich, dass die Auswirkungen dauerhafter seien. Die Fed werde mögliche Anpassungen ihrer Geldpolitik prüfen. Noch sei es aber zu früh zu sagen, welcher Kurs der richtige sei. Trump hatte zuvor auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social von Powell eine Senkung der Zinsen verlangt. Zugleich forderte er den Notenbankchef auf, sich aus der Politik herauszuhalten.
    Die weltweiten Aktienmärkte verzeichneten erneut starke Verluste. An der Wall Street in New York gab der Aktienindex Dow Jones um 5,5 Prozent nach. An der Börse in Frankfurt am Main schloss der Dax mit einem Minus von rund 5 Prozent. Der Nikkei in Japan ging mit Verlusten von 2,8 Prozent aus dem Handel.

    Peking kündigt Gegenzölle von 34 Prozent auf US-Waren an

    China reagiert auf die drastischen Zollerhöhungen der USA. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, werden ab kommendem Donnerstag Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent auf amerikanische Produkte erhoben. Zudem werde man Klage bei der Welthandelsorganisation einreichen, hieß es. Zuvor hatte US-Präsident Trump Importe aus China mit Abgaben in Höhe von ebenfalls 34 Prozent belegt. Darüber hinaus kündigte die Volksrepublik auch Kontrollen für den Export von Seltenen Erden in die Vereinigten Staaten an. Diese sind für viele High-Tech-Produkte wie Smartphones von großer Bedeutung und finden zudem Absatz etwa in der Rüstungsindustrie. Außerdem wurden mehrere US-Unternehmen als - Zitat - "unzuverlässig" eingestuft. Diese Kennzeichnung ermöglicht es der Regierung in Peking, Strafmaßnahmen gegen ausländische Firmen zu ergreifen.

    EU prüft Gegenmaßnahmen

    US-Präsident Trump hatte am Mittwoch Zölle zwischen zehn und 50 Prozent gegen weltweite Handelspartner angekündigt, gleichzeitig aber Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Die EU prüft derzeit Gegenmaßnahmen. Im Gespräch ist unter anderem eine Abgabe für US-Techkonzerne. EU-Handelskommissar Sefcovic telefonierte mit dem amerikanischen Handelsminister Lutnick und dem Handelsbeauftragten Greer. Sefcovic erklärte, er habe dabei deutlich gemacht, dass er die Zölle für schädlich und ungerecht halte. Die EU setze sich für sinnvolle Verhandlungen ein, sei aber zugleich bereit, ihre eigenen Interessen zu verteidigen.

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    Diese Nachricht wurde am 04.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.