US-Medienlandschaft
Freie Presse unter Druck: Amerikanist Völz kritisiert rechten "Propaganda-Apparat", der für Trump-Regierung arbeite

Der Amerikanist und Demokratieforscher Johannes Völz sieht die freie Presse in den USA seit dem Antritt der Trump-Regierung unter extremem Druck. Einige Fernsehsender und Podcaster agierten als "PR-Arm" der Regierung, sagte Völz im Deutschlandfunk.

    Auf einem Verkaufstisch eines Kiosks liegen verschiedene Zeitungen aus. Auf den Titelseiten geht es um den Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024.
    Die US-Zeitungen New York Post, Daily News und New York Times am Tag nach dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 (IMAGO / dts Nachrichtenagentur / IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
    Trump gehe es darum, alle Institutionen, die ihm nicht in den Kram passten, gleichzuschalten und zu delegitimieren, kritisierteVölz. Das gelte vor allem für die freie Presse, die Trump als links und als Sprachrohr der Demokratischen Partei einstufe. Laut Völz ist es bei den Republikanern seit Jahrzehnten Tradition, den Mainstream-Medien einen "liberalen bias" vorzuwerfen, sie also zu beschuldigen, dass sie eine Art liberale Schlagseite verbreiteten.
    Dabei werde in den USA inzwischen ein "rechtes Medienökosystem" zum eigentlichen neuen Mainstream, meint Völz. Dazu gehörten Fernsehsender wie Fox News und Newsmax, Websites wie "The Daily Wire" und Podcasts wie der von Joe Rogan. Es gebe ein regelrechtes Netzwerk von Podcastern, die unterschiedlich radikalisiert seien. Laut Völz handelt es sich dabei nicht um Journalisten, sondern um den "PR-Arm" der Trump-Regierung. Völz sprach wörtlich von einem "Propaganda-Apparat", der den Menschen deutlich machen solle, dass das, was die Regierung tue, absolut notwendig sei.
    Diese Nachricht wurde am 26.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.