
Sechs Spielerinnen trafen dort ein, von denen sich fünf eigentlich im Streik befinden. Darunter auch Olga Carmona, die Schützin des Siegtores im WM-Finale gegen England. Auf Reporterfragen hin äußerte sich aber zum Beispiel Torhüterin Misa Rodriguez unglücklich darüber, antreten zu müssen.
Die Protagonistin des Streits Jenni Hermoso schrieb bei X davon, dass die Drohung mit rechtlichen Konsequenzen und finanziellen Strafen eine "weiteren Strategie der Spaltung und Manipulation" sei. Hermoso fehlt in dem Aufgebot für das Länderspiel, laut Verband zu ihrem eigenen Schutz.
Hintergrund ist der Kuss-Skandal um den inzwischen zurückgetretenen Präsidenten des Fußballverbandes RFEF, Rubiales. 21 Angehörige des Weltmeisterkaders und 18 weitere Topspielerinnen forderten unter anderem auch die Absetzung von RFEF-Interimschef Rocha und weiterer Funktionäre, die Rubiales nahestehen.
Laut Sportgesetz Geldstrafen und Sperren möglich
In die verfahrene Lage hatte sich die oberste spanische Sportbehörde CSD eingeschaltet, die der Regierung in Madrid untersteht. Ihr Präsident Francos kündigte einen Versuch an, die Krise beizulegen. Er werde eine Reihe von Leuten aus der Nationalmannschaft anrufen, um mit ihnen zu sprechen, sagte Francos dem Radiosender El Laguero. "Wenn die Spielerinnen nicht antreten, muss die Regierung - so leid es mir tut - handeln und dem Gesetz Geltung verschaffen", warnte er.
Dem spanischen Sportgesetz zufolge stellt die Weigerung, trotz Nominierung nicht anzutreten, eine besonders schwere Verfehlung dar. Sie kann Geldstrafen zwischen 3.000 und 30.000 Euro sowie Sperren zwischen 2 und 15 Jahren nach sich ziehen. CSD-Präsident Francos betonte, die Regierung stehe auf der Seite der Spielerinnen und sei nicht an deren Bestrafung interessiert. "Wir werden den Spielerinnen sagen, dass wir alles Notwendige tun werden, um das Problem zu lösen, aber wir bitten sie, zu den Spielen zu gehen."
Am Freitag trifft die spanische Frauen-Nationalmannschauft auf Schweden, Gegner am Dienstag kommender Woche ist die Schweiz.
Diese Nachricht wurde am 19.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.