Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat offenbar erneut eine Geisel hingerichtet. Die Extremisten stellten ein Video ins Internet, in dem zu sehen sein soll, wie der Brite David Haines enthauptet wird. Die IS-Miliz betont, der in Syrien entführte Mitarbeiter einer Hilfsorganisation sei aus Vergeltung für die britische Beteiligung an der US-geführten Koalition getötet worden. Zuvor waren bereits zwei verschleppte US-Journalisten von den Dschihadisten hingerichtet worden.
Als Reaktion auf diese Nachricht sagte der Schriftsteller Navid Kermani im Deutschlandfunk: "Ich frage mich, was in den Köpfen dieser Menschen los ist. Da muss eine wirkliche Enthemmung, eine Entmenschlichung stattfinden."
Systematische Vergewaltigungen
Kermani ist eine Woche lang im Auftrag des "Spiegel" durch den Irak gereist, zuletzt war er im Norden des Landes unterwegs. Was er in den Flüchtlingslagern von den Menschen über die Barbarei der Terrororganisation "Islamischer Staat" gehört habe, übertreffe alles, was man für menschenmöglich hält. "Man sieht in traumatisierte Gesichter", so Kermani. Die Dschihadisten terrorisierten systematisch Nicht-Sunniten und Sunniten, die nicht kooperierten. Es gebe viele Berichte von Massenvergewaltigungen. Insbesondere unverheiratete Frauen würden systematisch vergewaltigt und häufig nach Syrien verschleppt für 300 bis 900 Dollar je nach Alter. Er könnte die Berichte zwar nicht überprüfen, betonte Kermani, doch er habe sie übereinstimmend von unterschiedlichen Stellen gehört.
Akute Nothilfe dringend nötig
Eindringlich forderte Kermani die Weltgemeinschaft auf, neben dem militärischen Kampf gegen die IS-Terroristen die akute Notsituation der Flüchtlinge im Nordirak nicht zu vergessen. Nach seinen Beobachtungen kommen in den Flüchtlingslagern kaum Hilfslieferungen an. Die kurdischen Behörden seien überfordert, ausländische Helfer sehe man kaum. Akute Nothilfe sei dringend nötig.
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