Ukraine-Gespräche
Ischinger: Mangelnde Sachkenntnis bei US-Verhandlern in Riad

Der frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, hat den Vereinigten Staaten mit Blick auf die Ukraine-Gespräche einen - so wörtlich - "erschreckenden Mangel an Sachkunde" vorgeworfen. So habe der US-Sondergesandte Witkoff offenbar nicht einmal Kenntnis über die von Russland annektierten Gebiete in der Ukraine, sagte Ischinger im Deutschlandfunk.

    Wolfgang Ischinger im Porträt.
    Wolfgang Ischinger war langjähriger Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz (Archivbild). (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
    Gleichzeitig übernehme die Trump-Administration russische Desinformations-Propaganda fast eins zu eins, betonte Ischinger. Dagegen habe Moskau qualifizierte Unterhändler nach Saudi-Arabien entsandt, die über "jeden Baum und jedes Dorf" in der Ukraine Bescheid wüssten. Ischinger nannte esim Deutschlandfunk eine gute Nachricht, dass in Riad überhaupt verhandelt werde. Bisher sei aber nichts Konkretes erreicht worden.
    Bei den Verhandlungen heute in Saudi-Arabien sind US-Unterhändler mit einer Delegation aus Russland zusammengekommen. Thema der Gespräche dürfte erneut der Vorschlag sein, bis auf Weiteres keine Energie-Infrastruktur mehr anzugreifen. Außerdem könnte es um die Sicherheit der Seeschifffahrt im Schwarzen Meer gehen. Gestern hatten bereits Unterhändler aus Washington und Kiew Gespräche geführt. Der ukrainische Verteidigungsminister Umerow sprach anschließend von konstruktiven und informativen Unterredungen.

    Weiterführende Informationen

    Verhandlungen in Saudi-Arabien: Ringen um eine Waffenruhe
    Diese Nachricht wurde am 24.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.