Außerdem verlangte er die Öffnung des Grenzüberganges Rafah sowie einen ungehinderten humanitären Zugang zum gesamten Gazastreifen.
Krankenhaus geschlossen
Israelische Truppen dringen derzeit offenbar tiefer in die Stadt vor. Panzer bewegten sich Augenzeugen zufolge von Osten aus in weiter westlich gelegene Viertel. Die Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. UNO-Schützungen zufolge haben fast 450.000 Menschen Rafah binnen einer Woche verlassen.
Wegen der isrealischen Offensive hat die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ein Krankenhaus in Rafah geschlossen. Die Sicherheit der Patienten sei nicht mehr gewährleistet gewesen, teilte die Organisation mit. Das Internationale Rote Kreuz errichtet unterdessen ein Feldlazarett mit 60 Betten in Rafah. Der Bedarf nach medizinischer Hilfe sei erdrückend, teilte das Rote Kreuz mit. Rund 200 Menschen könnten in dem Lazarett pro Tag behandelt werden.
IGH tagt erneut
Der Internationale Gerichtshof befasst sich in dieser Woche mit dem israelischen Militäreinsatz in Rafah. Die Anhörungen seien für Donnerstag und Freitag angesetzt worden, teilte das höchste UNO-Gericht in Den Haag mit. Südafrika hatte am vergangenen Freitag beim IGH erneut Sofortmaßnahmen gegen Israel beantragt und den Rückzug der israelischen Truppen aus Rafah verlangt.
Südafrika bittet das UNO-Gericht nun schon zum dritten Mal um zusätzliche Maßnahmen gegen Israel. Im Dezember hatte Südafrika vor dem Internationalen Gerichtshof den Vorwurf eines Völkermords im Gazastreifen erhoben. In einer vorläufigen Entscheidung Ende Januar hatte der IGH angeordnet, Israel müsse alles dafür tun, dass es nicht dazu komme.
Der IGH wurde eingerichtet, um über zwischenstaatliche Streitigkeiten zu entscheiden. Obwohl seine Urteile rechtlich bindend sind, hat er kaum Möglichkeiten, sie durchzusetzen.
Diese Nachricht wurde am 15.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.