
Negri wurde 1933 in der norditalienischen Stadt Padua geboren. Er wurde von seinen Eltern katholisch erzogen. In seinem Studium gründete Negri Arbeiterräte, organisierte Demonstrationen und verfasste Manifeste. Mit 33 Jahren wurde er Staatstheorie-Professor.
Er galt früh als führender Theoretiker der italienischen radikalen Linken in den 1960er und 1970er Jahren und als Symbolfigur der linksextremistischen Revolte in Italien. Als ideologischer Wegbereiter einiger linker Gruppen rief er zur Sabotage der kapitalistischen Gesellschaft auf. Er schrieb zudem mehrere Bücher.
Nach der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Aldo Moro von der christdemokratischen Partei durch Linksterroristen im Jahr 1978 wurde Negri im Jahr darauf auf Grundlage der neuen Anti-Terrorismus-Gesetze verhaftet. 1983 gelang es ihm, für eine radikalliberale Partei ins Parlament gewählt zu werden. Er genoss sodann Immunität und floh nach Frankreich. Er stellte sich Ende der 1990er Jahre und verbüßte in Italien einen Teil seiner Strafe. Negri wurde 2003 entlassen und zog nach Frankreich, wo er bis zu seinem Tod lebte.