In einer Pressemitteilung des Festkomitees heißt es: "Wir möchten, dass alle Besucher, Bürger und Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges befreit und ohne Sorgen einen fröhlichen Karneval erleben." Ein Wagen, der "die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt", sei nicht gewollt.
Bei Facebook hatte es bis vor einer Woche extra eine öffentliche Abstimmung über Ideen für den Wagen gegeben. Gewonnen hatte ein Motiv mit einem Mann, der mit einem Stift die Waffe eines Terroristen zerstört.
Komitee: Keine Sicherheitsbedenken
Von Seiten der Polizei habe es aber keine Sicherheitsbedenken gegeben, teilte das Komitee weiter mit. Auch hätten Karnevalsgesellschaften nicht gegenüber dem Festkomitee Ängste geäußert, den "Charlie-Hebdo-Wagen" zu begleiten. "Im Gegenteil: Es haben sich zahlreiche unserer Mitgliedsgesellschaften direkt an uns gewandt und sich für die Mitfahrt auf diesem Wagen beworben, um damit ein Zeichen für die Meinungsfreiheit zu setzen."
Die Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut der Demokratie, teilten die Karnevalisten weiter mit. Der Kölner Rosenmontagszug lebe mit seinen aktuellen Persiflagen diese Meinungsfreiheit jedes Jahr.
Vorwurf der Selbszensur
In Düsseldorf ist noch keine Entscheidung gefallen, ob es am Rosenmontag einen Motivwagen zu dem Thema gibt. Im Internet sorgte die Entscheidung für scharfe Kritik. Der Deutsche Journalisten-Verband Berlin-Brandenburg twitterte: "Keine Meinungsfreiheit bei Karneval in Köln."
Andere warfen den Organisatoren vor, aus Angst vor Islamisten Selbstzensur zu betreiben. Eine weitere Userin schrieb: "Karneval ist wohl nicht mehr politische Satire. Nur noch Spaß und Saufen. Dann bitte alle politischen Wagen raus."
Auch Politiker äußerten Unverständnis für die Entscheidung. "Wenn Angst den Karneval überkommt, hat der Terror gewonnen", erklärte der Vorsitzende der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Sven Lehmann. Gerade jetzt sei ein starkes Zeichen der Solidarität mit "Charlie Hebdo" und für Meinungsfreiheit nötig.
(fwa/stfr)