
Dem Bericht zufolge sind 70 Prozent der Betroffenen weiblich und 86 Prozent minderjährig. Die Ansprechstelle nehme damit eine wichtige Rolle im Kinder- und Jugendschutz ein, erklärte das für Sport zuständige Innenministerium. Ressortchefin Faeser konstatierte: "Gewalterfahrungen bis hin zu sexualisierter Gewalt sind für erschreckend viele Sportlerinnen und Sportler Realität." Notwendig sei eine Kultur des Aufklärens, Hinsehens und Handelns. Wer sich selbst oder seine Kinder einem Trainer oder einem Sportverein anvertraue, muss auf einen absolut gewaltfreien Umgang vertrauen können, sagte die SPD-Politikerin.
Psychische und sexualisierte Gewalt am häufigsten
Den Angaben zufolge steigt die Anzahl der Beratungsanfragen kontinuierlich. Aktuell gingen etwa 15 neue Anfragen pro Monat ein. Die Betroffenen erleben dabei meist verschiedene Kombinationen von Gewalt: Bei knapp der Hälfte der berichteten Gewaltformen handelte es sich um psychische Gewalt, bei etwa einem Drittel um sexualisierte Gewalt. Ein deutlich kleinerer Anteil umfasst körperliche Gewalt oder Übergriffe auf digitalen Plattformen.
"Safe Sport" ging im Juli 2023 als unabhängige Beratungsstelle an den Start. Gegründet wurde sie von Bund, Ländern und dem Verein "Athleten Deutschland". Geboten wird beispielsweise juristische oder psychologische Hilfe. Der Kontakt ist anonym über eine Online-Funktion, als persönliches Gespräch oder über eine Telefon-Hotline möglich und kostenlos.
Diese Nachricht wurde am 03.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.