
Ob es mit Frankreich oder Großbritannien in diese Richtung gehen könne, wolle er in den Koalitionsverhandlungen und auch mit den Partnern in der EU und in der NATO erörtern, sagte Merz.
Das Angebot der Franzosen, über einen "gemeinsamen nuklearen Schirm für Europa" zu sprechen, habe schon der ehemalige französische Präsident de Gaulle in der Atomdoktrin der französischen Regierung in den 1960er-Jahren so aufgeschrieben, dass ein möglicher Angriff auf Deutschland auch den atomaren Schutz durch Frankreich aktivieren würde. Die Lage habe sich jetzt noch einmal verändert, deshalb müsse man neu und gemeinsam über dieses Thema nachdenken, betonte Merz. Auf die Frage, ob Deutschland darüber nachdenken solle, irgendwann selbst Atomwaffen zu besitzen, antwortet der er: "Aus meiner Sicht gibt es dazu heute keine Veranlassung."
Der französische Präsident Macron hatte Deutschland und den anderen EU-Partnern mehrfach eine Kooperation bei der nuklearen Abschreckung angeboten. Grund waren Äußerungen von US-Präsident Trump, der wiederholt gedroht hatte, den NATO-Ländern im Angriffsfall nicht beizustehen, wenn sie nicht genug in die Verteidigung investierten. Bundeskanzler Scholz hatte den Vorstoß Macrons abgelehnt.
Diese Nachricht wurde am 28.02.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.