Nach Erdbeben
Militärregierung in Myanmar stimmt nun doch Waffenruhe zu

Die Militärregierung in Myanmar hat nach dem verheerenden Erdbeben nun doch eine Waffenruhe im Bürgerkrieg ausgerufen. Sie soll von heute an für 20 Tage gelten, wie das staatliche Fernsehen berichtet. Dadurch sollen Hilfslieferungen in die Katastrophenregionen sowie der Wiederaufbau gewährleistet werden.

    Ein Bündnis aus drei mächtigen Rebellengruppen hatte bereits einseitig eine einmonatige Waffenruhe angekündigt, um die Katastrophenhilfe zu nach dem Erdbeben am Freitag mit mehr als 2800 Toten zu erleichtern. Die Militärjunta lehnte dies jedoch zunächst ab und sprach von einem Täuschungsmanöver.
    Zuletzt hatten Regierungstruppen internationalen Medienberichten zufolge auch zivile Ziele in der Nähe des Erdbebengebiets bombardiert. Nach offiziellen Angaben sind durch das Erdbeben in Myanmar mehr als 2.700 Menschen ums Leben gekommen, Tausende wurden verletzt. International sorgte das Vorgehen der Militärregierung für Kritik. Hilfsorganisationen klagten, dass die Hilfs- und Bergungseinsätze durch die andauernden bewaffneten Konflikte in dem Bürgerkriegsland erschwert würden.
    Das Land in Südostasien befindet sich in einem Bürgerkrieg, seit das Militär im Jahr 2021 die gewählte Regierung der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi stürzte. Massenproteste gegen den Putsch entwickelten sich zu einer bewaffneten Rebellion an mehreren Fronten. Seither kämpft die Junta gegen verschiedene bewaffnete ethnische und pro-demokratische Gruppen.
    Bereits vor dem Erdbeben waren viele Menschen in Myanmar von Hunger bedroht, mindestens 3,5 Millionen Menschen wurden nach UN-Angaben durch den Bürgerkrieg zu Vertriebenen.
    Diese Nachricht wurde am 02.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.