Medienberichte
Israels Kabinett vertagt Entscheidung über Gaza-Waffenruhe

Die israelische Regierung will nach Medieninformationen erst morgen über das Abkommen über eine Waffenruhe im Gazastreifen abstimmen. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf einen Regierungsvertreter sowie auf einheimische Medien.

    Benjamin Netanjahu betritt durch eine Tür das Auswärtige Amt und blickt in die Kamera.
    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (picture alliance / AA / photothek.de / Kira Hofmann)
    Zunächst war das Votum für heute erwartet worden. Israel warf der Hamas allerdings vor, sich von Teilen der Vereinbarung zurückzuziehen, um Zugeständnisse in letzter Minute zu erpressen.
    Israels Präsident Herzog sprach von harten Verhandlungen über ein sehr wichtiges Detail. Er hoffe, dass es so schnell wie möglich einen Abschluss gebe. Die Hamas erklärte, sich an die Vereinbarung zu halten. Die Terrorgruppe warnte Israel allerdings, dass die Fortsetzung der Luftangriffe auf den Gazastreifen die Geiseln gefährde. Dort wurden seit der Verkündung des Abkommens nach palästinensischen Angaben bereits mehr als 70 Menschen getötet.
    Die Waffenruhe nach 15 Monaten fast ununterbrochener Kämpfe hatte Katars Regierungschef Al Thani gestern Abend angekündigt. Die Feuerpause solle am Sonntag zunächst für sechs Wochen in Kraft treten, hieß es. In einem ersten Schritt sollen 33 der 98 verbliebenen Geiseln aus der Gewalt der Hamas freigelassen werden, im Gegenzug für palästinensische Häftlinge. International wurde die Einigung mit Erleichterung aufgenommen.
    Diese Nachricht wurde am 16.01.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.