Medienberichte
Musk könnte Beraterrolle bald abgeben - Historikerin: "Er wird nicht aus dem Dunstkreis Washingtons verschwinden"

Der Tech-Milliardär Musk könnte sich früher als Berater der US-Regierung zurückziehen als bisher geplant. Nach übereinstimmenden Medienberichten deutete Präsident Trump Vertrauten gegenüber an, Musk werde in den kommenden Wochen ausscheiden. Die Historikerin Jessica Gienow-Hecht rät der künftigen Bundesregierung, die Entwicklungen genau zu beobachten.

    Elon Musk zeigt sein T-Shirt mit der Aufschrift "DOGE". Die vier Buchstaben stehen für "Department of Government Efficiency".
    Elon Musk, Berater von US-Präsident Trump, will seine Arbeit bei der Effizienz-Behörde der Regierung offenbar bald beenden. (AP / dpa / Jose Luis Magana)
    Es gehe hier nicht um ein innenpolitisches Phänomen, sagte die Professorin am Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin im Deutschlandfunk. Die Entscheidungen von Musks Effizienzbehörde DOGE hätten indirekt Einfluss auf die internationalen Beziehungen, vor allem in den Bereichen Wissenschaft, Handel und Klimapolitik. Sollte Musk komplett aus der Politik aussteigen, wäre das nach Einschätzung der Forscherin ein "herber Schlag für die AfD". Die Partei werde tatkräftig von Musk unterstützt und es sei etwas anders, ob er politischer Akteur oder einfacher Unternehmer sei.
    Gienow-Hecht erwartet allerdings ohnehin, dass der Tech-Milliardär auch weiterhin im Dunstkreis Washingtons agieren wird. Seine idologische Bindung zu Trump sei sehr tief, außerdem erfülle er für den Präsidenten eine wichtige Aufgabe: Nach den vielen Kürzungen und Stellenstreichungen sei Musk der Sündenbock, nicht Trump selbst.

    Musk spricht von "Fake-News"

    Das Magazin "Politico" und der Sender "ABC News" hatten über den baldigen Rückzug Musks berichtet. Eine Sprecher des Weißen Hauses bezeichnete die Meldungen als "Unsinn". Musk selbst schrieb auf X: "Yeah, Fake News". Er hatte vor Kurzem bereits in einem Interview mit Fox News darauf hingewiesen, dass sein Mandat auf 130 Tage beschränkt sei - wie bei Sonderberatern in den USA üblich. Seine Aufgabe läuft also ohnehin Ende Mai aus. Auch die Behörde DOGE ist nicht dauerhaft angelegt, sondern soll offiziell nur bis Juli 2026 bestehen.
    Nach Bekanntwerden der Medienberichte stieg der Kurs des Elektroautounternehmens Tesla an der New Yorker Börse deutlich an. Die Aktie machte vorangegangene Verluste wegen einbrechender Verkäufe auf dem Weltmarkt teils wieder wett. Der Ruf des Unternehmens hatte unter Musks Rolle in der US-Regierung gelitten.
    Diese Nachricht wurde am 03.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.