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Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
"Geheime Botschaften"

Unerwiderte Liebe, Krankheit, Tod - es sind nicht selten die tragischen Lebensthemen, denen Komponisten große Werke abringen. Die britische Bratschistin Rachel Roberts spürt diesen Gedanken in drei Werken von Franz Schubert, Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch nach.

    Zu sehen ist der menschenleere Kammermusiksaal im Deutschlandfunk-Gebäude. Ein großer Raum mit Parkett ausgelegt, darauf Stuhlreihen und davor ein Konzertpiano. Von der Decke hängen schwarze Scheinwerfer
    Der Kammermusiksaal des Deutschlandfunks (Deutschlandradio - Markus Bollen)
    Schubert beispielsweise schrieb seine "Arpeggione-Sonate", während er bereits mit den Folgen der Syphilis kämpfte. Als Benjamin Britten mit "Lachrymae" einen Klagegesang über unerwiderte Liebe schrieb, musste er seine Homosexualität in der Öffentlichkeit noch lange verborgen halten. Zwei Monate vor seinem Tod vertraute Dmitrij Schostakowitsch der Bratsche seine letzten und innersten Gedanken an. Auf ihrer jüngsten CD, die sie zusammen mit dem Pianisten Lars Vogt im Deutschlandfunk Kammermusiksaal eingespielt hat, liest die Bratschistin Rachel Roberts zwischen den musikalischen Zeilen und lotet die Tiefen der drei Werke zwischen vordergründiger Heiterkeit, bitterer Rebellion und stiller Ergebung aus.
    Franz Schubert
    Sonate für Arpeggione und Klavier D 821
    Benjamin Britten
    "Lachrymae, Reflections on a song of John Dowland", op. 48
    Dmitri Schostakowitsch
    Sonate für Viola und Klavier, op. 147
    Rachel Roberts, Viola
    Lars Vogt, Klavier