In Berlin hat die 35-Jährige Technoclubs und Elektronikszene entdeckt und wurde bei der Suche nach "typisch deutscher" Musik beim 70er-Jahre Krautrock von Bands wie Tangerine Dream fündig: "Ich war extrem überrascht, was die alles vorweggenommen haben", sagt Sophie Hunger.
So klingt ihr neues Album zwar nun völlig anders als die bisherigen, aber ihr Songwriting, ihre bildreiche Lyrik ist noch genauso bezwingend - auch auf Englisch. Es könne durchaus sein, sagt sie, dass es ihr leichter gefallen sei, in der etwas distanzierenden Popsprache über eine Trennung zu singen.
"Auf Deutsch hätte ich ein höheres Maß an Abstraktion gebraucht"
Es gibt aber auch andere Themen, etwa beim Opener "She Makes President", der eine Ode an starke Frauen werden sollte - bis Donald Trump auch dank weiblicher Wählerschaft zum US-Präsidenten wurde: "Den Satz 'She Makes President' habe ich aus einem Bericht über die Wahl von Trump gestohlen."
Beim neuen, elektronischen Sound werde sie wohl fürs Nächste bleiben, sagt Sophie Hunger. Ihr gefalle die totale Unabhängigkeit, die sie dadurch von anderen Musikern habe. Sie muss lachen. "Das ist eigentlich schlimm. Gut und schlimm."
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