
Oboist, Hochschulprofessor, Orchestergründer, Dirigent: Helmut Winschermanns Karriere war von Vielseitigkeit und Wandel geprägt. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Musiker begann als Oboist im Städtischen Orchester Oberhausen. Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte er als Solo-Oboist zum Sinfonieorchester von Radio Frankfurt, dem späteren Hessischen Rundfunk. In den fünfziger Jahren baute er an der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold eine Oboenklasse auf, die er schließlich als Professor leitete. Sie wurde als "Oboenfabrik" berühmt, aus der namhafte Interpreten wie Hansjörg Schellenberger und Ingo Goritzki hervorgingen. Winschermann konzertierte als Solist und Kammermusiker, profilierte sich auch als Spezialist für Barock-Oboe und arbeitete eng mit Ensemble wie der Cappella Coloniensis und dem Stuttgarter Kammerorchester zusammen. 1960 gründete er die Deutschen Bachsolisten, mit denen er weltweite Tourneen unternahm und viele Schallplatten einspielte.