
Die beiden Messeinrichtungen von LIGO in den USA und die VIRGO-Anlage bei Pisa in Italien bereiten sich gerade auf den Observing Run 3 vor, die dritte große Messkampagne. Sie soll ein Jahr lang dauern. Auch die Anlage GEO 600 südlich von Hannover wird die meiste Zeit im Messmodus sein. Allerdings sind bei ihr die beiden Messarme nur sechshundert Meter lang und nicht drei beziehungsweise vier Kilometer wie bei den anderen.

Bei den bisherigen Beobachtungskampagnen haben die Forscher elfmal gemessen, wie Gravitationswellen die Messarme minimal gestaucht und gedehnt haben. Zehnmal gingen die winzigen Erschütterungen der Raumzeit vom Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher aus, einmal von der Kollision zweier Neutronensterne.
Während der gut einjährigen Pause wurden die Anlagen technisch weiter verbessert. Nun sollen sie so empfindlich sein, dass sie alle paar Tage Gravitationswellen registrieren könnten. Anders als bisher wird es sofort Alarmmeldungen geben, damit die Astronomen weltweit mit ihren Instrumenten nach der Quelle am Himmel Ausschau halten können. Denn die Forscher möchten das Ereignis, das die Gravitationswellen aussendet, auch im Bereich der elektromagnetischen Wellen – im Licht – beobachten. Nur dann lässt sich viel über diese energiereichen Prozesse im Kosmos lernen.