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Sachsens Handballpräsident in der Kritik
Vetterlein kandidiert für AfD

Die Spielbezirksleitung Leipzig des Handball-Verbandes Sachsen kündigt die Zusammenarbeit mit Uwe Vetterlein auf. Grund ist die AfD-Kandidatur des HVS-Präsidenten. Auch der Deutsche Handballbund hat Gesprächsbedarf.

Von Erik Eggers |
Zu sehen ist das Logo des Deutschen Handballbunds.
Der DHB muss sich mit der AfD-Kandidatur des sächsischen Handball-Präsidenten Vetterlein befassen. (imago images / Hartenfelser)
Das Präsidium des Deutschen Handballbundes DHB wird sich am Montag in Stuttgart mit der AfD-Kandidatur seines Mitglieds Uwe Vetterlein befassen. Das erklärte der DHB-Präsident Andreas Michelmann im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Vetterlein habe ihm in einem Telefonat vorgeschlagen, das Präsidium möge in seiner Abwesenheit über seinen Fall beraten, so Michelmann. Diesen Vorschlag habe man akzeptiert.
Sächsische Handballer fürchten um ihre Reputation
Vetterlein, der auch Präsident des Handballverbandes Sachsen ist und für uns für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, kandidiert bei der kommenden sächsischen Kommunalwahl im Dresdner Wahlkreis 4 für die AfD. Das sorgte für Empörung. Der Leipziger Bezirk des Landesverbandes wolle nicht mehr mit Vetterlein zusammenarbeiten, berichtete die Leipziger Volkszeitung. Die Begründung des Bezirks laute, das offene Bekenntnis Vetterleins zu den "nationalistischen, diskriminierenden und antidemokratischen Positionen und die Nutzung der populistischen Phrasen" der AfD sei mit dem Amt des HVS-Präsidenten nicht vereinbar und schade der Reputation der sächsischen Handballer.
Turnusmäßige Sitzung soll Klarheit bringen
DHB-Präsident Michelmann sagte dem Dlf, dass der DHB nach der turnusgemäßen Sitzung über den Fall informieren werde und erklärte: "Die Grundsatzposition ist ja erstmal klar: Dass wir als Verband politisch neutral sind, das sind wir auch. Was aber niemanden verbietet, sich in irgendeiner Partei zu organisieren, solange sie auf dem Boden des Grundgesetzes steht. So. Und da kann man bei der AfD unterschiedlicher Meinung sein. Aber sie scheint jedenfalls nicht grundgesetzwidrig zu sein, sonst wäre sie ja nicht im Bundestag vertreten."