Öffentlicher Dienst
Schlichter legen Kompromissvorschlag für Tarifstreit bei Bund und Kommunen vor

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts von Bund und Kommunen haben die Schlichter eine Erhöhung der Einkommen in zwei Stufen vorgeschlagen. Zum 1. April soll es ein Plus von drei Prozent geben, mindestens aber 110 Euro mehr im Monat.

    Hessen, Fulda: "Ihr öffentlicher Dienst: Leistungsstark und schlecht bezahlt" steht während eines Warnstreiks von Beschäftigten im öffentlichen Dienst auf einem Banner am Demonstrationszug.
    Im Tarifkonflikt gibt es nun einen Kompromissvorschlag (Archivbild). (Sebastian Gollnow/dpa)
    Zum 1. Mai 2026 soll es dann noch einmal 2,8 Prozent mehr geben, wie die Schlichtungskommission unter Vorsitz des früheren hessischen Ministerpräsidenten Koch und des früheren Bremer Finanzstaatsrats Lühr mitteilte. In gut einer Woche wollen die Tarifpartner darüber verhandeln.

    27 Monate Laufzeit vorgesehen

    Die Einigungsempfehlung sieht weitere Einzelheiten vor. Demnach soll der neue Tarifvertrag 27 Monate laufen. Die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten soll ab dem Jahr 2026 erhöht werden. Zudem sollen Beschäftigte außerhalb von Kliniken und Pflegeheimen die Möglichkeit bekommen, Teile der Jahressonderzahlung in freie Tage zu tauschen. Ab dem Jahr 2027 sollen sie dem Vorschlag zufolge einen weiteren Urlaubstag bekommen.
    Ab 2026 soll die Möglichkeit geschaffen werden, die wöchentliche Arbeitszeit freiwillig auf bis zu 42 Stunden zu erhöhen. Darüber hinaus empfehlen die Schlichter, die Regelungen zu Langzeitkonten, zur Gleitzeit und zur Arbeitszeit von Rettungsdiensten zu verbessern.
    Ab dem 1. Juli 2025 sollen Zulagen für Schichtarbeit auf 100 Euro und für die Wechselschichtarbeit auf 200 Euro angehoben werden. Beim Bund sollen unterschiedliche Arbeitsbedingungen in den Tarifgebieten Ost und West angeglichen werden. Die Kommunen sollen die Eingruppierung für Hebammen und Entbindungspfleger modernisieren.
    Die Gespräche für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten etwa von Kitas, Müllabfuhr, Bildungseinrichtungen, Bädern, Pflegeheimen, Nahverkehr, Flughäfen oder Verwaltungen waren am 17. März zunächst gescheitert. Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden wurden Schlichter angerufen.
    Diese Nachricht wurde am 28.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.