
Zum Auftakt gab es einen kurzen Fototermin. Beide begrüßten sich per Handschlag. Der Empfang mit militärischen Ehren war abgesagt worden, eine gemeinsame Pressekonferenz auch. Laut Bundesregierung erfolgten die Absagen auf Wunsch Mileis. Man könne es sich in der Weltpolitik nicht aussuchen, mit wem man es zu tun habe, erklärte der deutsche Regierungssprecher Hebestreit. Scholz habe sich in dem gut einstündigen Gespräch mit Milei für mehr Sozialverträglichkeit bei den Wirtschaftsreformen in Argentinien stark gemacht, teilte Hebestreit mit.
Argentinien verzeichnet dreistellige Inflationsraten und hohe Schuldenlasten. Mileis Kurs sieht Privatisierungen, Massenentlassungen sowie Einsparungen im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssektor vor. Im Land regt sich Widerstand dagegen. Der Staatschef der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas gilt als Exzentriker und bezeichnet sich selbst als "Anarchokapitalisten". Gestern hatte ihn die Hayek-Gesellschaft in Hamburg ausgezeichnet. Sowohl in Hamburg als auch in Berlin gab es Proteste gegen Milei.
Diese Nachricht wurde am 23.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.