
"Es wäre es wirklich gut, wenn die globalen Player aus Südkorea dabei wären", fügte Scholz in Anspielung etwa auf Samsung und das Werben um Halbleiter-Fabriken hinzu. Die Bundesregierung begrüße jedes Interesse von Unternehmen, in den Halbleiter-Standort Deutschland zu investieren. Bei grundlegenden Schlüsseltechnologien wie der Mikroelektronik wolle man Versorgungssicherheit und die Resilienz von Lieferketten erreichen. Als weitere Felder der Zusammenarbeit nannte Scholz die Erneuerbaren Energien und E-Autos. Suk-Yeol Yoon betonte, dass er eine engere Kooperation wünsche, vor allem bei der Chip-Produktion für Autos. Außerdem warb er dafür, möglichst schnell ein Militärabkommen mit Deutschland abzuschließen, um eine Rüstungskooperation möglich zu machen.
Zuvor hatte der Kanzler Station an der innerkoreanischen Grenze gemacht. Dort rief er die Führung in Pjöngjang zur Einstellung der Atom- und Raketentests auf. Der Versuch, sich nuklear zu stärken, müsse aufhören. Der Kanzler sprach von einer Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region.
G7-Beschlüsse verteidigt
Der Kanzler sieht nach den Beschlüssen der G7-Staaten zu China kein Risiko einer Konfrontation des Westens mit dem Land. Scholz sagte im ZDF, Chinas wirtschaftlicher Aufschwung sei gewollt, ebenso wie Investitionen westlicher Staaten. Dies sei auch deutlich gemacht worden. Bei der G7-Strategie einer breiteren Aufstellung von Lieferketten gehe es vielmehr um Risikominimierung. Es müsse vermieden werden, dass man abhängig voneinander werde, betonte Scholz.
China hatte zuvor seine Unzufriedenheit mit den Beschlüssen ausgedrückt. Die G7 manipulierten nach wie vor China-bezogene Angelegenheiten und diskreditierten China, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Der britische Premierminister Sunak warnte vor einer wachsenden Gefahr durch China für die internationale Ordnung. China sei die größte Herausforderung der Zeit für die globale Sicherheit und den globalen Wohlstand, sagte Sunak am Rande des heute zu Ende gehenden G7-Gipfels in Hiroshima.
Diese Nachricht wurde am 21.05.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.