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Dunkle Sonne am südlichen Ende der Welt
Sonnenfinsternis über der Antarktis

Morgen früh ist Neumond. Der Mond schiebt sich dabei genau zwischen Sonne und Erde: Es kommt zu einer totalen Sonnenfinsternis. Allerdings ist davon in Europa leider nichts zu sehen. Das komische Schattenspiel ist nur in der Antarktis und dem umgebenden Ozean zu beobachten.

Von Dirk Lorenzen |
Die totale Sonnenfinsternis vom 2. Juli 2019
Die totale Sonnenfinsternis vom 2. Juli 2019 (ESA/CESAR/Wouter van Reeven)
Um Punkt 8 Uhr Mitteleuropäischer Zeit trifft der Kernschatten des Mondes erstmals die Erde – im Südatlantik, rund 600 Kilometer östlich der Falkland-Inseln. Das Maximum der Finsternis wird um 8.33 Uhr erreicht – im Meer direkt vor dem Filchner-Ronne-Schelfeis. Um kurz nach 9 endet die Totalität im Südpazifik zwischen Neuseeland und Feuerland.
Innerhalb eines rund 400 Kilometer breiten Streifens wird die Sonne für maximal knapp zwei Minuten verfinstert. Dann ist rund um die Scheibe des Neumonds die wunderbar strukturierte Corona zu sehen, die Atmosphäre der Sonne. Zudem leuchten am Himmel die hellsten Sterne und Planeten auf.

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So überwältigend das Schauspiel einer totalen Sonnenfinsternis auch ist. Dieses Mal werden es nur ganz wenige Menschen zu Gesicht bekommen. Denn die Totalitätszone läuft nicht über bewohnte Orte oder Stationen. Allein die verlassene US-Forschungsstation Byrd im Eis der Antarktis wird vom Kernschatten getroffen.
Das Team der Station Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung erlebt eine partielle Sonnenfinsternis. Fast neunzig Prozent der Sonnenscheibe werden bedeckt – über der deutschen Forschungsstation leuchtet morgen eine schöne schmale Sonnensichel.