Neuer Bundestag
SPD will Sitzungssaal nicht an AfD abgeben

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Mützenich hat sein Bedauern über einen möglichen Verlust des SPD-Sitzungssaals im Bundestag ausgedrückt. "Ich möchte den Otto-Wels-Saal nicht hergeben", sagte Mützenich.

    Blick in den Otto-Wels-Saal während der Fraktionssitzung der SPD.
    Otto-Wels-Saal - Fraktionssitzung der SPD (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
    Die AfD hatte auf Anfrage der "Rheinischen Post" vor der Wahl Interesse am Otto-Wels-Saal angemeldet, einem der größten Fraktionssäle im Bundestag. Entschieden würde im Ältestenrat, sagte der erste parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Baumann, der Deutschen Presse-Agentur. Die AfD-Fraktion ist nach der Bundestagswahl von 77 auf 152 Abgeordnete angewachsen. Die SPD hat nach dem schlechtesten Ergebnis seit 1949 nur noch 120 Sitze. 

    Wels stellte sich gegen Machtergreifung der Nazis

    Für Mützenich hat der Fraktionssaal seiner Partei auch eine historische Bedeutung. "Wenn ich an den Namen derjenigen vorbeigehe, die damals in der Krolloper gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt haben, obwohl die Nazi-Schergen bereits neben ihnen standen, das hat mir jedes Mal etwas bedeutet", sagte er.
    SPD-Chef Otto Wels hatte im März 1933 in einer historischen Rede das Nein der SPD gegen das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten begründet, mit dem die Demokratie zerstört und ihnen alle Macht übertragen wurde.
    Diese Nachricht wurde am 26.02.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.