Als Gründe nannte der Konzern am Montag außerdem zu hohe Kosten. Das Unternehmen hat umgerechnet mehr als sechs Milliarden Euro für mögliche Öl- und Gasförderungen im Arktisgebiet um Alaska ausgegeben. Weitere Bohrungen seien in "absehbarer Zukunft" nicht geplant. Auch sei nicht klar, welche Umweltschutzbestimmungen demnächst erlassen würden. Die Genehmigung dafür lief am Montag aus, weil das Meer in den nächsten Wochen zufrieren wird.
Scharfe Kritik an Bohrungen
Die Ölbohrungen waren von Umweltschützern scharf kritisiert worden, weil sie negative Folgen für die Tierwelt in der Arktis fürchten. Ungeachtet der Proteste erlaubte US-Präsident Barack Obama Shell im Mai aber unter Auflagen Öl- und Gasbohrungen in der Arktis. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton allerdings sprach sich Mitte August dagegen aus. Sie nannte die Arktis einen "einzigartigen Schatz", das Risiko der Bohrungen sei zu groß.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte am Samstag in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert. An den Tankstellen des Unternehmens hätten Aktivisten Protest-Aufkleber an Zapfsäulen und Werbeplakaten angebracht, teilte die Organisation in Hamburg mit. Proteste waren unter anderem in Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf geplant. Greenpeace warf Shell eine "klimapolitische Amokfahrt" vor.
(nch/tzi)