"Bleibt stark"
Börsen-Turbulenzen infolge der Zollpolitik: Trump ruft US-Bürger zum Durchhalten auf

US-Präsident Trump hat auf die Turbulenzen infolge seiner Zollpolitik reagiert und die Bevölkerung zum Durchhalten aufgerufen. "Bleibt stark", schrieb er auf der Onlineplattform Truth Social. Es werde nicht einfach, aber das Ergebnis werde historisch sein, erklärte der Präsident. Auch in Trumps republikanischer Partei gibt es allerdings Zweifel daran.

    Donald Trump steht auf der Treppe zum Flugzeugeingang, reckt die rechte Faust in die Höhe und schaut in die Kamera des Fotografen.
    US-Präsident Donald Trump hat die Bürger der Vereinigten Staaten aufgerufen, angesichts der Börsenreaktionen auf seine Zollpolitik "stark" zu bleiben. (AFP / MANDEL NGAN)
    Trump schrieb auf Truth Social, seine Regierung werde Jobs und Unternehmen zurück ins Land bringen wie nie zuvor. Es handle sich um eine historische Revolution, am Ende würden die USA gewinnen. Schon jetzt gebe es Investitionen in Höhe von fünf Billionen Dollar, behauptete Trump, ohne Details zu nennen.
    Seit Bekanntgabe der neuen US-Zölle am Mittwoch sind die Börsenkurse rund um den Globus eingebrochen - aus Angst vor einem großen Handelskrieg, der für Unternehmen und Verbraucher gravierende Folgen haben könnte. Der US-Basiszoll in Höhe von zehn Prozent auf Waren aus allen Ländern trat am Samstag in Kraft. Ein komplexer Mechanismus mit noch höheren Zöllen für bestimmte Länder greift ab dem 9. April.

    Republikanischer Senator Cruz: "Die neuen Zölle könnten Amerika weh tun"

    Der Präsident der US-Notenbank Federal Reserve, Powell, warnte, dass Trumps Zollpolitik auch negative Auswirkungen in den USA haben dürfte - etwa eine höhere Inflation sowie eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Der republikanische Senator Cruz sagte in einem Podcast, die neuen Zölle könnten "Arbeitsplätze kosten und Amerika weh tun". Er äußerte außerdem Befürchtungen im Hinblick auf die Kongress-Zwischenwahlen 2026. Sollte Trumps Politik die USA in eine Rezession stürzen, würde es "politisch wahrscheinlich ein Blutbad" geben.

    Demokratischer Senator Schumer: "Eine der dümmsten Sachen, die Trump jemals als Präsident gemacht hat"

    Die oppositionellen Demokraten sparen ohnehin nicht mit Kritik. Ihr Anführer im Senat, Schumer, sagte in einer Parlamentsdebatte, die Zölle seien "eine der dümmsten Sachen", die Trump jemals als Präsident gemacht habe - "und das will was heißen", so Schumer.
    Kaliforniens Gouverneur, der Demokrat Newsom, kündigte in einer Videobotschaft an, dass sein Bundesstaat die Zölle umgehen werde. Wie das geschehen soll, sagte er allerdings nicht. Kalifornien ist besonders betroffen: Ein Großteil der Importe aus China wird über kalifornische Häfen in die USA eingeführt. Zudem ist der Bundesstaat an der US-Westküste ein bedeutender Handelspartner für die Nachbarländer Mexiko und Kanada.

    Am Samstag landesweite Demonstrationen gegen Trumps Politik

    Für Samstag sind in allen 50 US-Bundesstaaten Demonstrationen gegen die Politik von Präsident Trump geplant. Sie richten sich nicht nur gegen die neuen Zölle, sondern auch gegen eine Neuausrichtung der Innen- und Außenpolitik. Aufgerufen haben dazu verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen. Eine der größten Kundgebungen wird in der Hauptstadt Washington erwartet.

    Mehr zum Thema:

    Weltwirtschaft: Trumps Zölle und die Gefahr eines Handelskriegs
    Diese Nachricht wurde am 05.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.