Weltweite Sonderabgaben
Trump signalisiert Gesprächsbereitschaft bei Zollpaket

US-Präsident Trump hat sich nach der Verkündung weltweiter Sonderzölle grundsätzlich offen für Verhandlungen gezeigt. Sollte ein betroffenes Land etwas, so wörtlich, Phänomenales anbieten, wäre ein Deal möglich, sagte der Republikaner vor Journalisten. Als Beispiel nannte Trump die Kurzvideo-Plattform Tiktok.

    Donald Trump bei der Ankündigung weitreichender Zölle am Weißen Haus
    Donald Trump bei der Ankündigung weitreichender Zölle am Weißen Haus (AP / Mark Schiefelbein)
    Er erwarte, dass die chinesische Regierung und der in China ansässige Eigentümer Bytedance angesichts der Zölle einem Verkauf schnell zustimmen würden, wie es ein US-Gesetz vorsehe. Morgen läuft die Frist aus, innerhalb der Tiktok verkauft oder in den USA abgeschaltet werden muss. Zudem pochte Trump erneut auf die Verlagerung der Produktion von Unternehmen in die USA.

    Welthandelsorganisation warnt vor Handelskrieg

    Zahlreiche Länder hatten bereits Gegenmaßnahmen auf die neuen weitreichenden Importzölle der USA angekündigt. Die Welthandelsorganisation WTO warnte vor einem Handelskrieg, welcher das Wirtschaftswachstum in vielen Regionen der Welt bedrohe. WTO-Generaldirektorin Okonjo-Iweala sagte in Genf, die jüngsten Ankündigungen aus dem Weißen Haus hätten das Potential, einen Handelskrieg auszulösen. Sie bedrohten außerdem das Wirtschaftswachstum in vielen Regionen der Welt.
    Nach Berechnungen ihres Hauses würden die Maßnahmen, kombiniert mit den seit Anfang des Jahres verhängten Zusatz-Zöllen, den Welthandel um ein Prozent schrumpfen lassen. Bisher sei von einem dreiprozentigen Wachstum ausgegangen worden.

    EU verhandlungsbereit

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sprach von einem schweren Schlag für die Weltwirtschaft. Man prüfe derzeit Sonderzölle auf US-Produkte. Zugleich machte sie deutlich, dass die Europäische Union weiter an einer Verhandlungslösung interessiert sei.
    Trump hatte neue Importzölle von 10 bis 50 Prozent für Handelspartner weltweit verhängt. Bei Einfuhren aus der EU sind es Aufschläge von 20 Prozent, bei Importen aus China 34 Prozent. Nicht auf der Länderliste stehen unter anderem Russland und Nordkorea. Hier wird argumentiert, dass es wegen umfangreicher internationaler Sanktionen ohnehin keine nennenswerten Handelsbeziehungen mit den USA gebe.

    Mehr zum Thema:

    Institut der Deutschen Wirtschaft: "Deutschland drohen 200 Milliarden Kosten durch US-Zollpläne"
    10 Prozent Zölle auf fast alle Importe in die USA, teils deutlich mehr: So sehen Trumps Pläne aus
    Antwort der EU auf Zoll-Hammer der USA (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 04.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.