Geheime Militärpläne in Signal-Chat-Gruppe
Trumps Sicherheitsberater Waltz übernimmt "volle Verantwortung" - US-Präsident spielt Panne herunter

Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Waltz, hat die Verantwortung dafür übernommen, dass ein Journalist in einen Gruppenchat von Regierungsmitarbeitern geraten ist.

    Mike Waltz hält mit den Händen gestikulierend eine Rede.
    Nationaler Sicherheitsberater der US-Regierung, Mike Waltz (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jose Luis Magana)
    Er selbst habe die Gruppe gebildet, sagte Waltz dem TV-Sender "Fox News". Er wisse aber nicht, wie die Nummer des Journalisten in sein Smartphone und dieser dann in die Gruppe geraten sei. Derweil stellte sich Präsident Trump bei "NBC News" hinter Waltz und sprach von einem nicht so schwerwiegenden Ausrutscher. Später machte er im Sender Newsmax Mitarbeiter von Waltz für den Fehler verantwortlich. Trump sagte zudem vor Reportern, er teile die Einschätzung seines Verteidigungsministers Hegseth, der in dem Chat geschrieben haben soll, dass die Europäer von den USA "schmarotzen" würden. "Ja, ich denke, sie haben schmarotzt", wird Trump von der Nachrichtenagentur AFP zitiert. Die Europäische Union habe sich den USA gegenüber in Handelsfragen "absolut schrecklich verhalten", behauptete der Präsident.
    Zuvor hatte der Chefredakteur des Magazins "The Atlantic", Goldberg, von streng geheimen Inhalten aus einem Gruppenchat berichtet, in den er offenbar versehentlich eingeladen worden sei. Darin wurden etwa Pläne für Angriffe auf die Huthi-Miliz sowie abfällige Ansichten über die Europäer geteilt. Der Fall hat eine Debatte über den Umgang mit strengvertraulichen Informationen ausgelöst. Kritik kam etwa vom demokratischen Senator Reed, der auch im „Committee on Armed Services“ sitzt, einem Ausschuss des Senats, der unter anderem für die Kontrolle des Verteidigungsministeriums zuständig ist.

    Journalist Mascolo spricht von Inkompetenz

    Der Journalist Mascolo sagte im Deutschlandfunk, er könne sich nicht an einen vergleichbaren Vorgang erinnern. Mascolo betonte in dem Interview, die Betroffenen hätten grundsätzlich jedes Recht, über einen Luftschlag im Jemen zu diskutieren - aber dafür stünden ihnen andere Wege offen. Es gebe auch offensichtlich niemanden in der Gruppe, der sage: Sind wir hier am richtigen Ort für diesen Austausch? Auch habe niemand überprüft, wer in der Gruppe sei. All das zeige einen "Grad an Inkompetenz", der so nicht existieren dürfe, unterstrich der frühere Spiegel-Chefredakteur und Investigativ-Journalist.
    Das Thema wird auch auf den Meinungsseiten vieler internationaler Zeitungen aufgegriffen und wurde daher auch in der Presseschau des Deutschlandfunks aufgegriffen.
    Diese Nachricht wurde am 26.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.