NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte nach einem Botschaftertreffen in Brüssel, Moskau habe in den vergangenen Wochen hunderte Ausrüstungs-Gegenstände an die Gegner der Regierung in Kiew geliefert, darunter Raketensysteme, gepanzerte Fahrzeuge und schwere Artillerie. Zugleich machte er die Separatisten für den Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupol am Schwarzen Meer verantwortlich. Dabei waren am Wochenende mindestens 30 Menschen getötet worden. Die aggressiven Handlungen der Separatisten, so Stoltenberg, stünden in direktem Widerspruch zum Minsker Abkommen, das Grundlage für eine Waffenruhe sein sollte.
Putin: "Geopolitische Eindämmung Russlands"
Russlands Präsident Wladimir Putin wies die Vorwürfe zurück. In Sankt Petersburg sagte er, die Regierung in Kiew wolle den Konflikt nicht friedlich lösen. Die Waffenruhe sei nur zur Neuaufstellung der Streitkräfte genutzt worden. Zudem bezeichnete Putin die ukrainische Armee als Fremdenlegion der NATO: "Wir sagen oft ukrainische Armee. Aber wer kämpft denn da eigentlich? Teilweise sind es offizielle Truppen. Es sind aber auch freiwillige nationalistischen Bataillone."
Im Grunde genommen sei es keine Armee. "Das ist eine Fremdenlegion, und in diesem Fall eine NATO-Fremdenlegion, die aber nicht nationale Interessen der Ukraine verfolgt." Ihre Ziele seien andere: "Sie wollen Russland geopolitisch eindämmen. Das stimmt mit den nationalen Interessen des ukrainischen Volkes überhaupt nicht überein.
"Such indiscriminate attacks are unjustified & unacceptable" - SG after #NATO-#Ukraine Commission http://t.co/a87D0hurKl— NATO (@NATO) January 26, 2015
Stoltenberg wies Putins Worte umgehend zurück. Der Vorwurf einer NATO-Fremdenlegion in der Ukraine sei Unsinn. "Die ausländischen Truppen in der Ukraine sind russisch."
(tzi/vic)