
Die angestrebten großen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung hätten Erwartungen für einen "wirklichen Kurswechsel" geschürt, die nun enttäuscht würden.
Konkret kritisierte der DIW-Chef: "Union und SPD scheint es vor allem um die Wahrung von Besitzständen und dem Schutz der eigenen Wählerklientel zu gehen, anstelle notwendige Reformen auf den Weg zu bringen." Deutschland brauche jetzt aber grundlegende Reformen bei Bürokratie, Regulierung, Innovation, Bildung, Föderalismus und Migration. Fratzscher fügte hinzu, die bisherigen Resultate der Koalitionsverhandlungen stünden dazu im starken Kontrast, "da sie eine Fortsetzung des Kurses der letzten 20 Jahre bedeuten und damit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stillstand".
In einer am Dienstag von RTL und ntv veröffentlichten Forsa-Umfrage war die AfD fast an die Union herangerückt: CDU/CSU kamen demnach auf 25 Prozent, die AfD auf 24 Prozent.
Die weiteren Werte: Die SPD verliert ebenfalls Punkte und kommt auf 15 Prozent (16,4 bei der Bundestagswahl). Die Grünen erreichen 12 Prozent (11,6). Weiter zulegen kann die Linke, die bei der Wahl bereits mit einem hohen Ergebnis überrascht hatte. Sie kommt in der Umfrage auf nunmehr 10 Prozent (8,8).
Diese Nachricht wurde am 02.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.